Bevor alles anders wurde : Sophienlust - Die nächste Generation 161 – Familienroman

In diesen warmherzigen Romanen der beliebten, erfolgreichen Sophienlust-Serie wird die von allen bewunderte Denise Schoenecker als Leiterin des Kinderheims noch weiter in den Mittelpunkt gerückt.

Denise hat inzwischen aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle geformt, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt.

Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren.

Emma stand am Wohnzimmerfenster, sah hinunter auf die Straße und hielt Ausschau nach ihrer Mutter, die weit und breit nicht zu sehen war. Die Morgensonne schien. Frau Hillmaier, eine Nachbarin, stand an der Bushaltestelle, und unterhielt sich mit Herrn Steger, der seinen Pudel Gassi führte. Links und rechts von Straße und Gehweg säumten Hainbuchen die Sandlinger-Allee. Ihre kräftigen grünen Blätter leuchteten in der Sonne, und selbst durch das geschlossene Fenster konnte Emma ein paar Vögel zwitschern hören. Es war ein wunderbarer Frühlingsmorgen und sie hatte so gehofft, gleich nach dem Frühstück zu ihrer Freundin Mira zu dürfen. Mira hatte kürzlich Geburtstag gehabt und sowohl einen Frisierkoffer bekommen, als auch eine rosafarbene Sofortbildkamera. Emma, die zur Geburtstagsfeier eingeladen gewesen war, hatte beides ganz toll gefunden. Nun hatten sie sich für heute verabredet, um sich erst gegenseitig zu frisieren und später eine ›Foto-Session‹ abzuhalten, wie Miras Mutter ihr Vorhaben freundlich lächelnd genannt hatte. Doch Emma konnte nicht weg, um zu Mira zu gehen. Erstens, weil Mira am anderen Ende der Stadt wohnte und die Mutter sie hinfahren musste, die ja nicht da war. Und zweitens, weil sie auf Luca aufpassen musste, ihren dreijährigen Bruder. Er saß hinter ihr auf dem Teppich und versuchte sich am Bau eines Turms aus Legosteinen. Wo blieb die Mama? Emma wandte sich um und sah auf die Uhr, die auf der Kommode stand. Es war schon nach neun. Bis acht Uhr hatte sie zurück sein wollen. Luca sah auf. »Ich mag einen Kakao«, ließ er seine große Schwester wissen.