Adalbert Stifters "Der Nachsommer" (1857) gilt als einer der großen Bildungsromane deutscher Sprache. Der junge Heinrich Drendorf sucht auf einer Wanderung Schutz vor einem heraufziehenden Gewitter und findet ihn im "Rosenhaus" des Freiherrn von Risach. Was als zufällige Begegnung beginnt, wird zur prägenden Lebensschule: In der Ruhe des Landguts, zwischen Naturbeobachtung, Kunst, Wissenschaft und sorgfältigem Handwerk, reift Heinrich langsam zum Menschen heran – und findet schließlich auch die Liebe.
Stifter entfaltet seine Geschichte in jener unverwechselbar gelassenen, bis ins Kleinste genauen Sprache, die diesen Roman zu einem Hörerlebnis besonderer Art macht: ein literarischer "Nachsommer", in dem sich die stille Schönheit eines geordneten, dem Guten und Schönen zugewandten Lebens entfaltet. Ungekürzt gelesen von Hans Jochim Schmidt.











