"Die Welt ist meine Vorstellung" — mit diesem Satz beginnt eines der folgenreichsten Bücher der Philosophie. Alles, was wir wahrnehmen, sagt Schopenhauer, ist Erscheinung, geformt von unserem Verstand. Doch hinter dieser Welt der Vorstellung liegt etwas anderes, das wir unmittelbar in uns selbst erfahren: der Wille. Kein vernünftiger Plan, sondern ein blinder, unersättlicher Drang, der in jedem Stein, jeder Pflanze, jedem Tier und jedem Menschen wirkt — und der das Leben zu einem ständigen Pendeln zwischen Schmerz und Langeweile macht.
Gibt es einen Ausweg? Schopenhauer findet ihn in der Kunst, die uns für Augenblicke vom Wollen erlöst — allen voran in der Musik, die er als unmittelbares Abbild des Willens selbst begreift —, im Mitleid als Grundlage aller Moral und schließlich in der Verneinung des Willens zum Leben. 1819 zunächst kaum beachtet, wurde das Werk später zur Inspiration für Richard Wagner, Friedrich Nietzsche, Thomas Mann und Sigmund Freud. Wer es hört, begegnet einer Philosophie in glasklarer, oft bissiger Prosa, die erstaunlich direkt von Leid, Begehren und Gelassenheit spricht.
Ungekürzte Lesung des deutschen Originals nach der Ausgabe letzter Hand, herausgegeben von Eduard Grisebach. Erster Band: alle vier Bücher samt dem Anhang "Kritik der Kantischen Philosophie".
Ungekürzte Lesung.
Dieses Hörbuch wurde mit KI-Stimmtechnologie erstellt — mit der lizenzierten Stimme des Vorlesers Hans Jochim Schmidt.











