Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 13 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Toni Waidacher versteht es meisterhaft, die Welt um seinen Bergpfarrer herum lebendig, eben lebenswirklich zu gestalten. Er vermittelt heimatliche Gefühle, Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit. Zugleich ist er ein Genie der Vielseitigkeit, wovon seine bereits weit über 400 Romane zeugen.
Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Heimatromanen interessiert.
Die fünfundzwanzigjährige Elke Reber war wie vor den Kopf gestoßen. Per E-Mail hatte ihr Friedrich, mit dem sie seit einem halben Jahr verlobt war, mitgeteilt, dass er sich in eine andere Frau verliebt habe und deshalb die Verlobung auflöse. Er bat sie, ihm den Ring zurückzuschicken, den er ihr an den Finger gesteckt hatte, als er sie fragte, ob sie seine Frau werden wolle. Sie wusste nicht mehr ein und aus. Es war Samstagmorgen. Die Mail hatte Friedrich in der Nacht geschickt, während sie geschlafen hatte. Am Abend war die Welt für sie noch in Ordnung gewesen. Doch nun war sie aus allen Fugen geraten. Nein, sie war zusammengebrochen. Sie fragte sich, ob sie mit ihrer Mutter drüber reden sollte, kam allerdings zu dem Schluss, dass sie ein solches Gespräch wahrscheinlich nur noch mehr nach unten ziehen würde. Denn Friedrich war von Anfang nicht derjenige gewesen, den sich ihre Mutter als Mann für ihre Tochter und als Schwiegersohn für sich vorgestellt hatte. Allein schon die Tatsache, dass er seit einiger Zeit in München arbeitete und die Woche über dort weilte, hatte ihr Misstrauen erregt. Sie hielt ihn für einen Bruder Leichtfuß, der den Verlockungen der Großstadt nur allzu leicht verfiel. Die Negativtiraden ihrer Mutter über Friedrich wollte sich Elke nicht anhören. ›Ich hab' dich doch von Anfang an gewarnt! Nun ist eingetreten, was ich prophezeit hab'. Das ist keiner und das wird nie einer sein ... So und so ähnlich würden die Kommentare ihrer Mutter wohl ausfallen. Anstatt ihr Trost zu spenden, würde sie sie nur mit Vorwürfen überhäufen, weil sie nicht auf sie, ihre Mutter, gehört hatte. Sie musste ihren Kopf freibekommen, sie musste damit fertig werden, ihr inneres Gleichgewicht wiederherstellen und versuchen, sich damit abzufinden.


























