Diese Sammlung erschließt das jüdische literarische Erbe als vielstimmigen Kanon europäischer Kulturgeschichte. Sie verbindet Erzählung, Romanprosa, Drama, Feuilleton, Satire, Essay, philosophische Reflexion und politische Schrift zu einem Panorama, das zwischen Haskala, Wiener Moderne, Expressionismus und Exilliteratur vermittelt. Neben Kafkas verstörenden Parabelwelten, Heines ironischer Lyrik und Scholem Alejchems jiddischer Erzählkunst treten Texte hervor, die Fragen von Herkunft, Sprache, Emanzipation, Antisemitismus, Erinnerung und gesellschaftlicher Utopie aus wechselnden Perspektiven verhandeln. Die Autorinnen und Autoren repräsentieren keine einheitliche Schule, sondern ein weit gespanntes Netzwerk jüdischer Erfahrung in Mittel- und Osteuropa. Denker wie Mendelssohn, Marx, Freud, Wittgenstein und Benjamin erweitern den literarischen Horizont um Philosophie, Gesellschaftskritik und Psychoanalyse; Herzl, Kraus, Tucholsky, Roth und Kisch machen die politische Gegenwart zum Gegenstand scharfer Beobachtung. Gemeinsam zeigen diese Stimmen, wie jüdische Zugehörigkeit produktive Spannungen zwischen Assimilation und Tradition, Kosmopolitismus und Verfolgung erzeugte. Der Band empfiehlt sich als konzentrierte Einführung und als Einladung zur vertieften Lektüre. Er ermöglicht, siebzig Klassiker im wechselseitigen Dialog zu entdecken: als ästhetische Werke, historische Zeugnisse und weiterhin dringliche Beiträge zu Identität, Freiheit und kultureller Vielfalt.

Jüdisches literarisches Erbe – 70 Klassiker, die man kennen muss : Stimmen der jüdischen Moderne zwischen Aufklärung, Exil, Zionismus und kritischer Theorie
Geschrieben von Franz Kafka, Arthur Schnitzler und andere






















