Ozean : Tierstudien 23/2023

Der blaue Planet müsste eigentlich 'Wasser' heißen und nicht 'Erde', ist er doch zu zwei Dritteln von diesem Element bedeckt. Zudem beinhaltet der ozeanische Raum etwa 90 % des gesamten Biosphärenvolumens. So hat Steve Mentz kürzlich gefordert, die derzeitige Epoche nicht mehr Anthropozän, sondern wahlweise "Okeanocene", "Aquacene", "Thalassocene" oder einfach "Ozean" zu nennen. 'Ozean' würde demnach sowohl den gegenwärtigen planetarischen Ort als auch die gegenwärtige planetarische Zeit bezeichnen.

In der Wissenschaftslandschaft bilden sich seit einigen Jahren die Blue Humanities heraus – in akademischen Spielarten Critical Ocean Studies, Hydro-Criticism, Tidalectics oder Hydrofeminism –, die als neue, interdisziplinäre Forschungsrichtungen die Weltmeere in den Blick nehmen. Das geschieht allerdings meist ohne in spezifischer Weise die maritimen Tiere zu betrachten.

Dabei liegt im Wasser nicht nur der Ursprung des tierlichen Lebens, sondern es wimmelt in jedem Tropfen Meerwasser nur so von animalen Entitäten und Potenzialitäten. Ozeane sind daher immer sympoietische Ökosysteme für tierliche und nicht-tierliche Ko-Existenzen und Ko-Kreationen und können weder auf ihre Funktionen als Klimastabilisatoren, CO2-Lager, Sauerstoff- und Nahrungsmittelproduzenten noch als Bühne für rein menschliche Dramen von beispielsweise Schiffbruch, imperialer Eroberung und weltumspannendem Handel reduziert werden.

Diese Ausgabe von Tierstudien ist deshalb ganz den Tieren gewidmet, denen der Ozean Lebensraum ist, und stellt einen ersten Versuch tiersensibler Blue Humanities dar. Es stehen Wale, Haie, Oktopoden, Hummer, Austern, Korallen, Aale, Störe und Albatrosse im Fokus der wissenschaftlichen und künstlerischen Beiträge. Dabei geht es um fluide Naturecultures, die Biodiversität der Meere, Walgesang, Haifischbecken, die Plastikverschmutzung der Ozeane, Korallensterben, Hochseefischerei, feministische Kinship-Verhältnisse mit Meeressäugern, das aquatisch Imaginäre und die Denkfigur des Tentakulären. Sie beleuchten u.a., wie Kunst, Film, Literatur, Computerspiel und Musik für den Schutz der Meere und ihrer Bewohner*innen sensibilisieren.

Mit wissenschaftlichen Beiträgen von Katahrina Alsen, Raj Sekhar Aich / Tabea Weber, Martin Bartelmus, Robert Bauernfeind, Andrea Diederichs, Christina Gruber, Thomas Hawranke / Tabea Weber, Christian Hoiß, Nina Schüchter und Martin Ullrich.

Mit künstlerischen und essayistischen Beiträgen von Alexis Pauline Gumbs, Sarah Heuzeroth, Courtney Mattison, Nicole Schuck und Shimabuku.

Über dieses Buch

Der blaue Planet müsste eigentlich 'Wasser' heißen und nicht 'Erde', ist er doch zu zwei Dritteln von diesem Element bedeckt. Zudem beinhaltet der ozeanische Raum etwa 90 % des gesamten Biosphärenvolumens. So hat Steve Mentz kürzlich gefordert, die derzeitige Epoche nicht mehr Anthropozän, sondern wahlweise "Okeanocene", "Aquacene", "Thalassocene" oder einfach "Ozean" zu nennen. 'Ozean' würde demnach sowohl den gegenwärtigen planetarischen Ort als auch die gegenwärtige planetarische Zeit bezeichnen.

In der Wissenschaftslandschaft bilden sich seit einigen Jahren die Blue Humanities heraus – in akademischen Spielarten Critical Ocean Studies, Hydro-Criticism, Tidalectics oder Hydrofeminism –, die als neue, interdisziplinäre Forschungsrichtungen die Weltmeere in den Blick nehmen. Das geschieht allerdings meist ohne in spezifischer Weise die maritimen Tiere zu betrachten.

Dabei liegt im Wasser nicht nur der Ursprung des tierlichen Lebens, sondern es wimmelt in jedem Tropfen Meerwasser nur so von animalen Entitäten und Potenzialitäten. Ozeane sind daher immer sympoietische Ökosysteme für tierliche und nicht-tierliche Ko-Existenzen und Ko-Kreationen und können weder auf ihre Funktionen als Klimastabilisatoren, CO2-Lager, Sauerstoff- und Nahrungsmittelproduzenten noch als Bühne für rein menschliche Dramen von beispielsweise Schiffbruch, imperialer Eroberung und weltumspannendem Handel reduziert werden.

Diese Ausgabe von Tierstudien ist deshalb ganz den Tieren gewidmet, denen der Ozean Lebensraum ist, und stellt einen ersten Versuch tiersensibler Blue Humanities dar. Es stehen Wale, Haie, Oktopoden, Hummer, Austern, Korallen, Aale, Störe und Albatrosse im Fokus der wissenschaftlichen und künstlerischen Beiträge. Dabei geht es um fluide Naturecultures, die Biodiversität der Meere, Walgesang, Haifischbecken, die Plastikverschmutzung der Ozeane, Korallensterben, Hochseefischerei, feministische Kinship-Verhältnisse mit Meeressäugern, das aquatisch Imaginäre und die Denkfigur des Tentakulären. Sie beleuchten u.a., wie Kunst, Film, Literatur, Computerspiel und Musik für den Schutz der Meere und ihrer Bewohner*innen sensibilisieren.

Mit wissenschaftlichen Beiträgen von Katahrina Alsen, Raj Sekhar Aich / Tabea Weber, Martin Bartelmus, Robert Bauernfeind, Andrea Diederichs, Christina Gruber, Thomas Hawranke / Tabea Weber, Christian Hoiß, Nina Schüchter und Martin Ullrich.

Mit künstlerischen und essayistischen Beiträgen von Alexis Pauline Gumbs, Sarah Heuzeroth, Courtney Mattison, Nicole Schuck und Shimabuku.

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  1. #16

    Tiergeschichten : Tierstudien 16/2019

    Laura Beck, Roland Borgards, Konstantin Deininger, Ana Dimke, Theresa Eisele, Laura Gustafsson, Terike Haapoja, Marlis Heyer, Thorsten Kluss, Gesine Krüger, Priscilla Layne, Benjamin Roers, Mieke Roscher, Mirjam Schmitt, Shevek K. Selbert, Bryndís Snæbjörnsdóttir, Kristina Steimer, Marie-Helene Wichmann, Mark Wilson, Clemens Wischermann

  2. #18

    Tiere und/als Medien : Tierstudien 18/2020

    Katharina Alsen, Martin Bartelmus, Ina Bolinski, Pascal Marcel Dreier, Silke Förschler, Fiona French, Reinhard Gupfinger, Philipp Hagemann, Jens Hauser, Thomas Hawranke, Martin Kaltenbrunner, Steffen Kreißl, Clara Mancini, Matthias Preuss, Paul Reinke, Helen Sharp, Sebastian Vehlken, Alexander Wagner, Friederike Zenker

  3. #19

    Tiere und Migration : Tierstudien 19/2021

    Romana Bund, Nike Dreyer, Tanja Ebner, Dorothee Fischer, Charlott Greub, Yasmin Hälsig, Simone Loleit, Alexandra Ludewig, Karolin Machtans, Johannes Müller, Simone Paganini, Oliver Schnoor, Melanie Stralla, Ben Sulzbacher, Carla Swiderski, Tabea Weber

  4. #20

    Extinction. Das große Sterben : Tierstudien 20/2021

    Vinciane Despret, Julia Ditter, Simone Horstmann, Daniel Lau, Nina-Marie Schüchter, Wolfgang Schwerdt, Helena Simonett, Anna Wienhues, Christian Zumbrägel

  5. #21

    Tierliche Zukünfte : Tierstudien 21/2022

    Katharina Alsen, Jennifer Bloise, Simon Kleinert, Eva Meijer, Katharina Swoboda, Eline Tabak, Julia Katharina Thiemann, Thom van Dooren, Karin Wohlgemuth

  6. #22

    Kohabitation, Koexistenz, Konvivialität : Tierstudien 22/2022

    Fahim Amir, Thomas E. Hauck, Stefanie Hennecke, Anne Hölck, Kerstin Jürgens, Susanne Karr, Kurt Kotrschal, Markus Kurth, Matthias Lewy, Elisabeth Luggauer, Christina Katharina May, Sarah Mönkeberg, Tamara Nili-Freudenschuß, Sarah Oechslin, Michael K. Schulz, Helena Simonett, Janne Thomsen, Annette Voigt, Kerstin Weich, Ulf Wendler

  7. #24

    Tiere und Geschlecht : Tierstudien 24

    Max Böhner, Philine Helas, Julia Kaiser, Christiane Keim, Alexandra König, Johannes Müller, Maja Martha Ploch, Annette Schnabel, Sarah-Maria Schober, Astrid Silvia Schönhagen, Volker Sommer, Aline Vogt, Nadir Weber

  8. #25

    Person und Persönlichkeit : Tierstudien 25

    Nils Berliner, Maneke Bondzio-Becker, Jan Brinkmann, Agustín Fuentes, Frauke Gärtner, Nele Illner, Ina Karkani, Wolfgang Leyk, Anne Peters, Swen Schulte Eickholt, Lena Lieselotte Schuster

  9. #26

    Arbeit : Tierstudien 26

    Martin Bartelmus, Charlotte E. Blattner, Leonie M. Bossert, Marc Bubeck, Kendra Coulter, Martin Gabriel, Anne Heimerl, Fabian Holzinger, Marcello Pocai, Alix Ricau, Anna K. E Schneider, Oliver Schnoor, Tom Ullrich, Simone Wagner

  10. #27

    Erdlinge : Tierstudien 27

    Veronika Beck, Filippo Bertoni, Nicola Kopf, Laura Pappalardo, Laura M. Reiling, Markus Schroer, Nina-Marie Schüchter, Julia Katharina Thiemann, Martin Ullrich

  11. #28

    Jagd : Tierstudien 28

    Laura Beck, Mara-Daria Cojocaru, Vinzenz Damm, Kai Horsthemke, Eric Kamper, Linda-Josephine Knop, Verena Kuni, Jordan Oelke, Maximilian Preuss, Maurice Saß, Ralph Scheel, Jan-René Schluchter, Ulrike Schmid, Astrid Silvia Schönhagen, Maria Schulze, Pamela Steen, Friederike Voskamp