"Wie finde ich mich selbst wieder?" Um diese Frage kreist Friedrich Nietzsches dritte "Unzeitgemäße Betrachtung" (1874). Nicht als Systemdenker, sondern als leuchtendes Vorbild feiert Nietzsche hier Arthur Schopenhauer: als Erzieher zur Wahrhaftigkeit, zur Unabhängigkeit und zum Mut, ganz man selbst zu werden — gegen die Bequemlichkeit, den Herdengeist und die geistige Verflachung der Zeit.
In leidenschaftlicher, mitreißender Prosa entwirft der junge Nietzsche das Ideal des freien, schöpferischen Menschen und rechnet mit Staat, Gelehrsamkeit und Geldgeist ab, die den Einzelnen zum Angepassten formen wollen. Ein glühendes Plädoyer für Selbstfindung und wahre Kultur — und ein Schlüsseltext zum Verständnis Nietzsches.
Hans Jochim Schmidt liest die vollständige Abhandlung, ungekürzt, rund 4 Stunden.











