Alte keltische Romanzen versammelt Erzählstoffe der insular-keltischen Überlieferung, in denen Liebe, Tapferkeit, Wanderschaft und das Ineinandergreifen von Diesseits und Anderwelt leitmotivisch erscheinen. Die Sammlung steht im Spannungsfeld von Mythos, Heldensage und höfischer Erzählkunst; ihre Stoffe tragen Spuren mündlicher Tradierung ebenso wie späterer schriftlicher Redaktion. Stilistisch prägen formelhafte Wiederholungen, symbolisch aufgeladene Naturbilder und eine episodische, zugleich poetisch verdichtete Narration den Text, der kulturhistorisch an den Übergängen zwischen heidnischem Erbe und christlicher Deutung besonders aufschlussreich ist. Der Verfasser ist anonym überliefert, was für viele Texte der älteren keltischen Literatur charakteristisch ist und auf kollektive Traditionsbildung statt individueller Autorschaft verweist. Hinter dem Namenlosen steht vermutlich kein einzelner "Autor" im modernen Sinn, sondern ein Geflecht aus Barden, Schreibern und Redaktoren, die regionale Stoffe bewahrten und neu ordneten. Gerade diese Anonymität lässt das Werk als Dokument kulturellen Gedächtnisses hervortreten, geformt von gesellschaftlichen Umbrüchen, dynastischen Erinnerungen und dem Bedürfnis, eine bedrohte Überlieferung zu sichern. Empfehlenswert ist dieses Buch für Leserinnen und Leser, die sich für europäische Ursprungsnarrative, mittelalterliche Imaginationsräume und die Genese literarischer Motive interessieren. Es eröffnet nicht nur einen Zugang zur keltischen Vorstellungswelt, sondern auch zum Fortleben ihrer Bilder in der späteren Romantik und Moderne.
Der Liebe Lust und Leid der Frau zur Frau : Die Geschichte einer verbotenen Liebe











