Die Dissertationsstudie "Im Dialog mit jungen Kindern" untersucht die Professionalisierung von Frühpädagogikstudierenden aus einer interdisziplinären und multimethodischen Perspektive. So verortet sich diese Arbeit zum einen vor dem aktuellen Forschungsstand zur frühpädagogischen Qualität und Professionalisierung. Die frühe Förderung der sprachlichen Entwicklung und die Implementierung inklusiver Bildungskonzeptionen nehmen dabei einen zentralen Stellenwert ein. Aufgrund der seit nunmehr zehn Jahren andauernden Bestrebungen, die akademische Ausbildung des frühpädagogischen Personals durch die Entwicklung zahlreicher Studiengänge voranzutreiben, ist für die vorliegende Studie von Bedeutung, wie es Frühpädagogikstudierenden durch berufsbegleitende Studienformate gelingt, frühpädagogische Kompetenzen auszubilden, die auf Grundlage fachlichen Wissens eine praktisch-didaktische Handlungskompetenz in ihrer Berufspraxis und eine professionelle pädagogische Haltung beinhalten. Zum anderen verankert sich die vorliegende Arbeit in einer dialogischen und kulturhistorischen Psycholinguistik, welche herangezogen wird, um eine theoretische Konzeption des Professionalisierungs- und Lernbegriffs vorzunehmen und empirische Schlüsse für die Erforschung der Professionalisierungstätigkeit von Frühpädagogikstudierenden zu ziehen. Die Bezogenheit von lernenden Individuen aufeinander wird dadurch nicht nur hervorgehoben, sondern neu akzentuiert, in dem das Selbst von Frühpädagogikstudierenden als dialogisch konzipiert wird. Mit der Frage nach Genese und Struktur sowie nach den Auswirkungen professioneller Kompetenzen von Frühpädagogikstudierenden nimmt die Studie in Anlehnung an Vygotskij eine deutlich genetische und prozessorientierte Perspektive ein. Im Zentrum steht eine qualitative Forschungsstrategie, welche die videogestützten Reflexionsprozesse von Studierenden differenziert untersucht und um quantitative Methoden zur Erfassung der Interaktionsqualität in der Fachpraxis ergänzt wird. Ergebnis dieser Untersuchung ist eine umfassende Darstellung der inter- und intrapersonalen dialogischen Natur des akademischen Professionalisierungsprozesses. Deutlich wird, dass auch im individuellen Lernprozess von Frühpädagogikstudierenden multiplen Positionen und Stimmen wirksam werden, die ein Spannungsverhältnis zwischen frühpädagogischer Professions- und Praxiskultur evident werden lassen.
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Autor*in:
Reihe:
Band 50 in Schriftenreihe International Cultural-historical Human SciencesSprache:
Deutsch
Format:

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