Verrückter Sonntag : Eine Erzählung von Francis Scott Fitzgerald

Verrückter Sonntag -

Eine Erzählung von Francis Scott Fitzgerald,

gelesen von Ingolf Kloss.

F. Scott Fitzgerald beobachtete die Welt von außen. Die rauschenden Partys, die opulenten Villen, der Jazz, der bis tief in die Nacht erklang – für ihn waren das nicht nur Kulissen, sondern Spiegelbilder von Sehnsüchten, Wünschen und der oft verborgenen Leere hinter dem Glamour. In dieser Welt der glitzernden Illusionen entstand auch "Verrückter Sonntag" (Originaltitel: Crazy Sunday) Published in the collection Taps at Reveille, Originally published in American Mercury October 1932.

"Crazy Sunday" ist eine Kurzgeschichte, die sich um Joel Coles dreht, einen 28-jährigen Drehbuchautor, der sich in den Wirren der Hollywood-Gesellschaft zurechtfinden muss. Die Geschichte beginnt mit einer Einladung zu einer Cocktailparty im luxuriösen Haus des einflussreichen Regisseurs Miles Calman und seiner Frau, dem Star Stella Walker. Zunächst freut sich Joel über die Gelegenheit, mit wichtigen Persönlichkeiten der Branche in Kontakt zu treten. Doch der Abend nimmt eine unerwartete Wendung.

Stella, Calmans vernachlässigte Ehefrau, drängt Joel – der sich geschworen hatte, nicht zu trinken, zumal der Regisseur ein entschiedener Gegner des Alkoholismus ist – Cocktails auf und flirtet mit ihm. Überglücklich über seinen Erfolg bietet er an, gerade als die Gäste schon gehen wollen, eine seiner Showeinlagen aufzuführen. Unglücklicherweise ist es eine spöttische Persiflage auf den unabhängigen Produzenten Dave Silverstein. Man macht sich jedoch in Hollywood nicht über Produzenten lustig, und das Publikum, darunter eine berühmte Schauspielerin, distanziert sich stillschweigend von seinem Auftritt. Die Gesichter um ihn herum wirkten zwar neugierig, doch nirgends ist ein Lächeln zu sehen; im Gegenteil, direkt vor ihm starrt ihn sein Gastgeber mit einem Blick an, der so scharf wie der einer geschälten Kartoffel ist. Joel erkennt, dass er sich nicht nur lächerlich gemacht, sondern auch bei den Menschen, von denen seine Karriere abhängt, irreparablen Schaden angerichtet hat.

Am nächsten Morgen schreibt er entsetzt einen kriecherischen Entschuldigungsbrief an Miles Calman. Sein Kumpel Nat Keogh – der Inbegriff des Hollywood-Trinkers – versucht derweil, ihn lächerlich zu machen. Doch erst als er am nächsten Morgen ein freundliches Telegramm von Stella Calman erhält, in dem sie ihn zu einem Buffet einlädt, findet er Trost ...

Neu übersetzt aus dem Amerikanischen von Peter Eckhart Reichel nach den Veröffentlichungen der rechtefreien Originaltexte des Project Gutenberg of Australia. Titelgestaltung unter Verwendung eines Vanity Fair-Covers: Harper's Bazaar, Februar 1931,von Erte (d. i. Romain de Tirtoff). Coverschrift gesetzt aus der Dusty Rose NF. Schlussmusik: "In a Corner", gespielt von Cecil Scott and his Bright Boys, 1929.

Über den Sprecher:

Ingolf Kloss, geb. 1973, kam 1994 als Co-Moderator zu Radio Leipzig, später Moderator und Produzent bei Radio Energy; seit 2000 ist er fest angestellter Moderator, Produzent und Musikredakteur bei Radio SAW, dort auch für alle Künstler-Interviews verantwortlich (u. a. Paul McCartney, Depeche Mode, Lenny Kravitz, Herbert Grönemeyer). Er lebt in Leipzig und Magdeburg. Nach seinen umfangreichen Romanlesungen "Der große Gatsby" und "Zärtlich ist die Nacht" von F. Scott Fitzgerald folgten etliche weitere Literaturinterpretationen unterschiedlicher Werke von diversen Autoren.

Über dieses Buch

Verrückter Sonntag -

Eine Erzählung von Francis Scott Fitzgerald,

gelesen von Ingolf Kloss.

F. Scott Fitzgerald beobachtete die Welt von außen. Die rauschenden Partys, die opulenten Villen, der Jazz, der bis tief in die Nacht erklang – für ihn waren das nicht nur Kulissen, sondern Spiegelbilder von Sehnsüchten, Wünschen und der oft verborgenen Leere hinter dem Glamour. In dieser Welt der glitzernden Illusionen entstand auch "Verrückter Sonntag" (Originaltitel: Crazy Sunday) Published in the collection Taps at Reveille, Originally published in American Mercury October 1932.

"Crazy Sunday" ist eine Kurzgeschichte, die sich um Joel Coles dreht, einen 28-jährigen Drehbuchautor, der sich in den Wirren der Hollywood-Gesellschaft zurechtfinden muss. Die Geschichte beginnt mit einer Einladung zu einer Cocktailparty im luxuriösen Haus des einflussreichen Regisseurs Miles Calman und seiner Frau, dem Star Stella Walker. Zunächst freut sich Joel über die Gelegenheit, mit wichtigen Persönlichkeiten der Branche in Kontakt zu treten. Doch der Abend nimmt eine unerwartete Wendung.

Stella, Calmans vernachlässigte Ehefrau, drängt Joel – der sich geschworen hatte, nicht zu trinken, zumal der Regisseur ein entschiedener Gegner des Alkoholismus ist – Cocktails auf und flirtet mit ihm. Überglücklich über seinen Erfolg bietet er an, gerade als die Gäste schon gehen wollen, eine seiner Showeinlagen aufzuführen. Unglücklicherweise ist es eine spöttische Persiflage auf den unabhängigen Produzenten Dave Silverstein. Man macht sich jedoch in Hollywood nicht über Produzenten lustig, und das Publikum, darunter eine berühmte Schauspielerin, distanziert sich stillschweigend von seinem Auftritt. Die Gesichter um ihn herum wirkten zwar neugierig, doch nirgends ist ein Lächeln zu sehen; im Gegenteil, direkt vor ihm starrt ihn sein Gastgeber mit einem Blick an, der so scharf wie der einer geschälten Kartoffel ist. Joel erkennt, dass er sich nicht nur lächerlich gemacht, sondern auch bei den Menschen, von denen seine Karriere abhängt, irreparablen Schaden angerichtet hat.

Am nächsten Morgen schreibt er entsetzt einen kriecherischen Entschuldigungsbrief an Miles Calman. Sein Kumpel Nat Keogh – der Inbegriff des Hollywood-Trinkers – versucht derweil, ihn lächerlich zu machen. Doch erst als er am nächsten Morgen ein freundliches Telegramm von Stella Calman erhält, in dem sie ihn zu einem Buffet einlädt, findet er Trost ...

Neu übersetzt aus dem Amerikanischen von Peter Eckhart Reichel nach den Veröffentlichungen der rechtefreien Originaltexte des Project Gutenberg of Australia. Titelgestaltung unter Verwendung eines Vanity Fair-Covers: Harper's Bazaar, Februar 1931,von Erte (d. i. Romain de Tirtoff). Coverschrift gesetzt aus der Dusty Rose NF. Schlussmusik: "In a Corner", gespielt von Cecil Scott and his Bright Boys, 1929.

Über den Sprecher:

Ingolf Kloss, geb. 1973, kam 1994 als Co-Moderator zu Radio Leipzig, später Moderator und Produzent bei Radio Energy; seit 2000 ist er fest angestellter Moderator, Produzent und Musikredakteur bei Radio SAW, dort auch für alle Künstler-Interviews verantwortlich (u. a. Paul McCartney, Depeche Mode, Lenny Kravitz, Herbert Grönemeyer). Er lebt in Leipzig und Magdeburg. Nach seinen umfangreichen Romanlesungen "Der große Gatsby" und "Zärtlich ist die Nacht" von F. Scott Fitzgerald folgten etliche weitere Literaturinterpretationen unterschiedlicher Werke von diversen Autoren.

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