Über dieses Buch

Als der alte Fahrenbach, der eine zunächst kleine Firma im Weinanbau und -vertrieb errichtet und im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Familienunternehmen erweitert hat, das Zeitliche segnet, hinterlässt er ein ziemlich seltsames Testament. Drei seiner Kinder scheinen Grund zur Freude zu haben, Frieder als neuer Firmenchef, Jörg als Schlossherr und Grit als Villenbesitzerin.

Redewendungen, nichts als Redewendungen, die sich beliebig fortsetzen ließen, doch auf Bettina trafen sie in diesem Augenblick allesamt zu. Dieses lässig dahergesagte »Hallo, meine Schöne«, hatte all das in ihr ausgelöst. »Hallo, meine Schöne …« Kein anderer als Jan sagte so etwas zu ihr, und kein anderer als Jan sprach es in diesem unvergleichlichen Tonfall aus. Sie konnte es nicht glauben. Jan sagte es mit einer Lässigkeit, als sei er gerade von einem Spaziergang am See zurückgekommen. Bettina setzte sich, sie merkte, wie ihre Hand, die den Hörer hielt, zitterte. Wenn sie doch etwas sagen könnte! Sie bemühte sich, brachte aber keinen Ton hervor. Er war am anderen Ende der Leitung und rief sie, von wo auch immer, an. Bettina hätte später niemals zu sagen vermocht, wie lange sie in dieser Erstarrung verharrt hatte. Es wäre vermutlich auch noch weitergegangen, wenn Jan nicht gesagt hätte: »Bettina …, was ist? Rufe ich ungelegen an? Ich kann es später …« Um Himmels willen! Das brachte sie sofort in die Realität zurück. »Nein, Jan …, natürlich rufst du nicht ungelegen an, ich kann es bloß noch nicht so richtig fassen, deine Stimme zu hören. Wo … wo bist … du?« Sie konnte ein Schluchzen nicht verhindern, die innere Anspannung war einfach zu viel und suchte nun ein Ventil nach außen.

Starte noch heute mit diesem Buch für CHF 0

  • Hole dir während der Testphase vollen Zugriff auf alle Bücher in der App
  • Keine Verpflichtungen, jederzeit kündbar
Jetzt kostenlos testen
Mehr als 52 000 Menschen haben Nextory im App Store und auf Google Play 5 Sterne gegeben.

Ähnliche Bücher

Mehr von Michaela Dornberg