Im Alten Testament gibt es immer wieder Texte, die mit Gewalt zu tun haben. Ja, Gott selbst ist Urheber von Gewalt und fordert zugleich Menschen zu gewalttätigem Handeln auf. Wie lässt sich diese Tatsache damit vereinbaren, dass Gott ein Gott der Liebe ist? Zugleich stellt sich die Frage, wie wir heute mit solchen Bibeltexten umgehen. Es ist unbestritten, dass es im Alten Testament immer wieder Texte gibt, in denen von Gewalt die Rede ist, ja in denen Gott selbst als Urheber mit Gewaltakten in Verbindung gebracht wird oder Menschen zu gewalttätigem Handeln auffordert. Auch wenn die historisch-kritische Exegese in vielen Fällen die historischen Hintergründe beleuchten und so einen Großteil des Gewaltpotentials der Texte besser verstehbar machen kann, bleiben solche Texte doch anstößig, wenn man auf ihre Rezeptionsgeschichte schaut. Hier stellt sich die beklemmende Frage, ob die literarische Gewalt der Texte im Lauf der Geschichte zur Legitimierung zwischenmenschlicher Gewalt geführt hat und nach manchen Vertretern der aktuellen Diskussion um Religion und Gewalt sogar führen musste. Die vorliegende Studie setzt daher ein mit einer Standortbestimmung in der Diskussion, die besonders von den Beiträgen des Ägyptologen Jan Assmann mit dem Stichwort der »Mosaischen Unterscheidung« angestoßen wurde. Ein zweiter Teil wendet sich mit Einzeluntersuchungen einigen »Gewalttexten« der Hebräischen Bibel zu. Ein dritter Teil ist der Rezeption solcher Texte in den Makkabäerbüchern gewidmet und fragt, wie in dieser späten biblischen Literatur bereits auf die Hebräische Bibel zurückgegriffen wird, um gewalttätiges Handeln oder Herrschaft zu legitimieren. Der Ausblick am Ende des Buches behandelt punktuell die mittelalterliche Makkabäerrezeption und zeichnet nach, wie solche Legitimationsmuster etwa in der Kreuzzugspropaganda, aber auch darüber hinaus, genutzt werden konnten.
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Autor*in:
Reihe:
Band 136 in Wissenschaftliche Monographien zum Alten und Neuen TestamentSprache:
Deutsch
Format:

Von der Klage zum Lob : Studien zum "Stimmungsumschwung" in den Psalmen

Von der Auslösung zur Erlösung : Studien zur Wurzel PDY im Alten Orient und im Alten Testament

Gott und seine Söhne : Das Gottesbild des Galaterbriefs

Conditio humana : Studien zum Gilgameschepos und zu Texten der biblischen Urgeschichte am Beispiel von Gen 2-3 und 11,1-9

Zukunftsvorstellungen in Jesaja 49-55 : Eine textpragmatische Untersuchung von Kommunikation und Bildwelt

Von der Mitte der Gottesstadt bis ans Ende der Welt : Psalm 46 und die Kosmologie der Zionstradition

Der literarische Raum des Markusevangeliums

Das sagt der Sohn Gottes : Die Christologie der Sendschreiben der Johannesoffenbarung

Lebensfreude und Gottesjubel : Studien zu physisch erlebter Freude in den Psalmen

Stellvertretung Jesu Christi im Gericht : Studien zum Verhältnis von Stellvertretung und Kreuzestod Jesu bei Paulus

Homer und die Bibel : Studien zur Interpretation der Ilias und ausgewählter alttestamentlicher Texte
