Die Ökonomisierung erfasst den menschlichen Körper, er wird zur Ware. Am deutlichsten ist das in der modernen Medizin. Sie braucht den Körper als Ressource, ob in der Stammzellforschung oder der Organtransplantation. So wird der menschliche Körper und werden seine Teile zum Handelsgut. Das war der Körper im historischen Umbruch zur Moderne schon einmal: Der ganz Europa erfassende Reliquienhandel machte menschliche Körperteile zum begehrtesten Handelsgut – und zum Heilsgut. Mit dieser Vorgeschichte wird auf einen Schlag sichtbar, dass der Griff nach dem menschlichen Körper keine ökonomische Landnahme ist: Waren-Gesellschaft und moderne Medizin verbindet mehr, als sie an ihrer Oberfläche zu erkennen geben. Der für die Psychoanalyse Freuds und für die Theorie Marx’ so zentrale Begriff des Fetischismus wirft ein Licht auf den »theologischen Glutkern« (Adorno) von kapitalistischem Markt und moderner Medizin. Die »untergründige Geschichte des Körpers« (Horkheimer/Adorno) ist an zentraler Position in einer Dialektik der Aufklärung.
Der Warenkörper : Zur Sozialpsychologie der Medizin
Starten Sie noch heute mit diesem Buch für 0 €
- Hole dir während der Testphase vollen Zugriff auf alle Bücher in der App
- Keine Verpflichtungen, jederzeit kündbar
Autor*in:
Sprache:
Deutsch
Format:

»Ich hab noch nie auf einer ruhigen Insel gelebt« : Berlin als Interaktions- und Konfliktraum in den Gruppendiskussionen des Berlin-Monitors

Zeitschrift für kritische Theorie / Zeitschrift für kritische Theorie, Heft 42/43 : 22. Jahrgang (2016)

Zeitschrift für kritische Theorie / Zeitschrift für kritische Theorie, Heft 42/43 : 22. Jahrgang (2016)

Zeitschrift für kritische Theorie / Zeitschrift für kritische Theorie, Heft 40/41 : 21. Jahrgang (2015)

Zeitschrift für kritische Theorie / Zeitschrift für kritische Theorie, Heft 40/41 : 21. Jahrgang (2015)

Der Warenkörper : Zur Sozialpsychologie der Medizin
