"Nach dem Untergang: Dystopische Erzählungen aus neuen Welten" kartiert die Schattenseite des Zukunftsdenkens vom humanistischen Staatsentwurf bis zur frühen modernen Science-Fiction. Zwischen Thomas Morus' normativer Gesellschaftsvision, A. Bogdanovs revolutionär grundierten Zukunftsbildern und den technisch zugespitzten Katastrophen- und Planetenphantasien von Kurd Laßwitz, Hans Dominik oder Stanley G. Weinbaum entfaltet sich ein breites Spektrum satirischer, philosophischer, utopischer und apokalyptischer Prosa. Die Auswahl macht sichtbar, wie neue Welten stets auch Kritik an der Gegenwart formulieren. Die versammelten Autoren verbinden verschiedene nationale Traditionen und literarische Epochen. Paul Scheerbart und Alexander Moszkowski stehen für die spielerische Verbindung von Technikbegeisterung, Groteske und Kulturkritik; Michael Georg Conrad, Vinzenz Chiavacci, Reinhold Eichacker und Carl Grunert erweitern das Panorama um sozialdiagnostische, feuilletonistische und phantastische Stimmen. Gemeinsam berühren die Texte Humanismus, Industrialisierung, frühe Science-Fiction und die politischen Umbrüche der Moderne, ohne deren Spannungen zu glätten. Dieser Band empfiehlt sich als konzentrierte Einführung in die Genealogie dystopischen Erzählens. Er eröffnet die seltene Möglichkeit, kontrastierende Stile, Gesellschaftsmodelle und Zukunftsängste innerhalb eines einzigen Buches zu vergleichen. Seine Lektüre schärft den Blick für die historische Wandelbarkeit von Fortschritt, Macht und Menschlichkeit und lädt zu einem produktiven Dialog zwischen den einzelnen Entwürfen ein.

Nach dem Untergang : Frühe Science-Fiction über Marsreisen, Technikdystopie und gesellschaftliche Experimente
Geschrieben von Stanley G. Weinbaum, Reinhold Eichacker und andere























