Philosophie des Anarchismus versammelt zentrale Texte einer politischen Ideenwelt, die Staat, Eigentum, Gewalt und individuelle Freiheit radikal neu befragt. Zwischen theoretischer Systemkritik, revolutionärer Polemik, sozialethischem Entwurf und literarisch-philosophischer Reflexion entfaltet der Band ein breites Spektrum moderner Gesellschaftskritik. Beiträge zu Föderalismus, gegenseitiger Hilfe, antimilitaristischem Widerstand und kultureller Emanzipation machen sichtbar, dass Anarchismus weder eine einheitliche Doktrin noch bloße Negation ist, sondern ein vielstimmiges Projekt sozialer Selbstorganisation. Die versammelten Autoren verbinden unterschiedliche nationale Erfahrungen und intellektuelle Milieus des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Neben den anarchistischen Hauptströmungen um Bakunin, Kropotkin, Mühsam, Mackay und Most treten sozialistische, marxistische, liberalkritische und konservativ-staatsreflexive Positionen, etwa von Marx, Liebknecht, Mauthner und Rathenau. Gerade diese Spannungen verorten die Sammlung im Umfeld von Arbeiterbewegung, Individualanarchismus, Syndikalismus und der Krise des europäischen Nationalstaats. Dieser Band empfiehlt sich als konzentrierte Einführung und als anspruchsvolle Quelle für die politische Ideengeschichte. Er eröffnet die seltene Gelegenheit, konkurrierende Begriffe von Freiheit, Gemeinschaft und Revolution in unmittelbarem Gespräch zu lesen. So fördert die Anthologie ein differenziertes Verständnis anarchistischen Denkens und seiner anhaltenden Fragen an moderne Herrschaftsformen.

Philosophie des Anarchismus : Staatskritik, Eigentumsfrage und sozialrevolutionäre Ideen der europäischen Moderne
Geschrieben von Erich Mühsam, Michael Bakunin und andere










