Undine

Undine verbarg sich schamhaft unter ihren Decken, und Huldbrand lag still sinnend vor sich hin. So oft er in dieser Nacht eingeschlafen war, hatten ihn wunderlich-grausende Träume verstört von Gespenstern, die sich heimlich grinsend in schöne Frauen zu verkleiden strebten – von schönen Frauen, die mit einem Male Drachenangesichter bekamen. Und wenn er von den hässlichen Gebilden in die Höhe fuhr, stand das Mondlicht bleich und kalt draußen vor dem Fenster; entsetzt blickte er nach Undine, an deren Busen er eingeschlafen war, und die in unverwandelter Schönheit und Anmut neben ihm ruhte.

Friedrich de la Motte Fouqué war einer der ersten deutschen Dichter der Romantik.

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