"Zwischen Sternen und Zeit" erschließt die Genealogie deutschsprachiger und europäischer Science-Fiction als ein Feld zwischen wissenschaftlicher Spekulation, utopischer Gesellschaftskritik und erzählerischem Abenteuer. Von Johannes Keplers kosmologischem Traumdenken über Jules Vernes technisch präzise Imagination bis zu Paul Scheerbarts poetisch-exzentrischen Zukunftsräumen entfaltet der Band ein bemerkenswertes stilistisches Spektrum. Texte von Kurd Laßwitz, Carl Grunert, Paul Eugen Sieg und Hans Dominik erweitern diesen Horizont um planetare Begegnungen, Zeitvisionen und die Ambivalenzen des technischen Fortschritts. Die versammelten Autoren stehen für unterschiedliche Generationen und nationale Traditionslinien, die jedoch durch das Vertrauen in Erkenntnis wie durch deren kritische Prüfung verbunden sind. Keplers Verbindung von Astronomie und Fiktion bildet einen frühen Bezugspunkt; Verne und Laßwitz führen wissenschaftliches Denken in populäre Erzählformen über, während Scheerbart ästhetische und soziale Utopien radikalisiert. Grunert, Sieg und Dominik dokumentieren zugleich die Professionalisierung des Genres im Zeichen von Industrialisierung, Moderne und Zukunftsangst. Dieser Band empfiehlt sich als konzentrierte Entdeckungsreise durch die frühen Formen spekulativen Erzählens. Er bietet nicht nur literarhistorische Orientierung, sondern macht sichtbar, wie verschiedene Stimmen über Wissen, Technik und menschliche Zukunft miteinander in Dialog treten.

Zwischen Sternen und Zeit : Mond- und Planetenreisen zwischen technischer Utopie, Maschinenkultur und Wissenschaftsethik
Geschrieben von Jules Verne, Paul Scheerbart und andere











