Ein Gedanke jagt den nächsten, Erinnerungen vermischen sich mit Angst, Stolz und Verzweiflung – Lieutenant Gustl entführt den Leser auf eine packende Reise in das Innere eines Wiener Offiziers, der über Nacht an den Rand des Abgrunds gerät. In der österreichisch-ungarischen Gesellschaft des Fin de Siècle ist die Ehre alles, und für einen Offizier bedeutet ihr Verlust den Untergang. Als Gustl nach einer harmlosen Provokation plötzlich mit einer unerträglichen Schande konfrontiert wird, gerät sein Weltbild ins Wanken. Mit revolutionärer Erzähltechnik – dem stream of consciousness – lässt Arthur Schnitzler den Leser unmittelbar an Gustls rastlosen Gedanken teilhaben. Doch während die Nacht fortschreitet, verändert sich auch die Perspektive des Lieutenants auf Leben und Tod…
Und was passiert, wenn eine junge Frau plötzlich vor einer unmöglichen Entscheidung steht? In Fräulein Else taucht Arthur Schnitzler tief in die Gedankenwelt einer 19-jährigen Wiener Bürgertochter ein, die innerhalb weniger Stunden ihre gesamte Existenz hinterfragen muss. Während eines eleganten Aufenthalts in einem Kurort erreicht Else ein Brief ihrer Mutter: Die Familie steht vor dem finanziellen Ruin, und nur sie kann den Vater retten – doch der Preis ist hoch. In einem packenden inneren Monolog nimmt Schnitzler die Leser mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt voller Angst, Stolz, Rebellion und Hoffnungslosigkeit. Zwischen gesellschaftlichen Zwängen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung entfaltet sich eine psychologische Tragödie, die auch heute noch fesselt.
Ein skandalöses Spiel um Lust, Macht und Moral: Wien um 1900 – hinter der glänzenden Fassade der k.u.k.-Gesellschaft verbirgt sich ein Netz aus heimlichen Begierden, Doppelmoral und sozialen Abhängigkeiten. In Der Reigen entlarvt Arthur Schnitzler die Mechanismen von Liebe und Begehren in einer Reihe von zehn miteinander verbundenen Begegnungen. Vom einfachen Soldaten über die feine Dame bis hin zum adeligen Grafen – in diesem gewagten Tanz der Verführung wechseln die Partner, doch die Regeln bleiben gleich. Skandalös bei seiner Veröffentlichung, wurde das Stück zunächst verboten und löste heftige Debatten aus. Doch gerade diese schonungslose Offenlegung menschlicher Triebe macht Der Reigen bis heute zu einem faszinierenden Spiegel der Gesellschaft.