Dieser umfangreiche Sammelband entfaltet ein Panorama des britisch geprägten Kriminalromans von der viktorianischen Sensationsliteratur bis zur klassischen Detektivgeschichte des 20. Jahrhunderts. In 120 Romanen und Erzählungen begegnen einander düstere Geheimnisse, urbane Milieustudien, sensationelle Enthüllungsplots und logisch konstruierte Rätsel. Neben Erzählungen um Ermittlungsarbeit und Indizienschlüsse stehen Werke, die Verbrechen als Spiegel sozialer Ungleichheit, moralischer Konflikte und moderner Massenkultur begreifen. Die versammelten Autoren bilden kein einheitliches Programm, sondern ein produktives literarisches Spektrum. Charles Dickens, Wilkie Collins und Edward Bulwer-Lytton verweisen auf die sozialen und dramaturgischen Voraussetzungen des viktorianischen Krimis; Arthur Conan Doyle und G. K. Chesterton prägen dessen intellektuelle Rätseltradition. Edgar Wallace, Joseph Smith Fletcher, Headon Hill und Louis Weinert-Wilton erweitern sie um Tempo, Spannung und populäre Unterhaltung. Mit Friedrich Glauser tritt zudem eine kontinentale Stimme hinzu, die den Dialog der britischen Form mit europäischen Entwicklungen sichtbar macht. Der Band empfiehlt sich als ebenso anregende Lektüre wie als kulturgeschichtliches Nachschlagewerk. Er ermöglicht, unterschiedliche Ermittlerfiguren, Erzähltechniken und Vorstellungen von Recht, Schuld und Wahrheit innerhalb eines einzigen Buches vergleichend zu entdecken. Gerade die Gegenüberstellung kanonischer und weniger bekannter Texte eröffnet einen vielstimmigen Dialog über Ursprung, Wandel und anhaltende Faszination des Kriminalgenres.

Britisch-Krimi Sammelband : 120 klassische Mordrätsel, viktorianische Sensationsromane und analytische Ermittlungen
Écrit par Arthur Conan Doyle et Charles Dickens et autres











