Es geht auch ohne Vati : Mami 2166 – Familienroman

Die Familie ist ein Hort der Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit. Wir alle sehnen uns nach diesem Flucht- und Orientierungspunkt, der unsere persönliche Welt zusammenhält und schön macht. Das wichtigste Bindeglied der Familie ist Mami. In diesen herzenswarmen Romanen wird davon mit meisterhafter Einfühlung erzählt. Die Romanreihe Mami setzt einen unerschütterlichen Wert der Liebe, begeistert die Menschen und lässt sie in unruhigen Zeiten Mut und Hoffnung schöpfen. Kinderglück und Elternfreuden sind durch nichts auf der Welt zu ersetzen. Genau davon kündet Mami.

Als Sylvia Landknecht die Wohnungstür öffnete, schlug ihr dumpfer Alkoholgeruch entgegen. Sie wunderte sich nicht darüber, aber es verbitterte sie, dass ihr Mann Manfred sich seit einiger Zeit regelmäßig betrank. In den ersten Jahren ihrer Ehe war alles anders gewesen. Sylvia glaubte damals, das große Los mit ihm gezogen zu haben. Aber das Glück und die Zuversicht hatten nicht lange angehal-ten. Auf einem Betriebsausflug hatte Manfred Jutta Reinhold kennengelernt. Sie war fast zehn Jahre jünger als er, und es schmeichelte ihm, dass sie sich für ihn interessierte. Er machte weder in der Firma noch zu Hause einen Hehl daraus, dass er mit dieser jungen Frau ein Verhältnis hatte. Immer häufiger kam es vor, dass er nachts nicht nach Hause kam. Auch seine Arbeit vernachlässigte er, erschien oft zu spät an seinem Arbeitsplatz oder blieb sogar ganz weg. Es war daher nicht verwunderlich, dass ihm eines Tages gekündigt wurde. Manfred Landknecht störte das wenig. Er gab das Verhältnis mit Jutta Reinhold trotzdem nicht auf und begann obendrein, auch noch zu trinken. Sylvia hatte zwangsläufig eine Stelle als Bürokraft angenommen, um selbst für den Unterhalt ihrer Familie aufzukommen. Sie gab die Hoffnung nicht auf, dass ihr Mann zu ihr zurückfinden und sich eine neue Arbeitsstelle suchen würde. Ihre Hoffnungen schienen sich jedoch nicht zu erfüllen. Schon oft hatte sie ein ernstes Wort mit Manfred sprechen wollen, es aber immer wieder hinausgeschoben. Heute musste sie allerdings endlich mit ihm reden. Sie zog ihren Mantel aus, hängte ihn an die Garderobe und betrat das Wohnzimmer. Ihr Mann saß im Sessel und sah sie aus glasigen Augen an.