Fünf Jahre meines Lebens : Autobiografie

"Fünf Jahre meines Lebens" ist Dreyfus' nüchtern-protokollarischer Bericht über seine Verhaftung 1894, die Degradierung, den Kriegsgerichtsprozess und die Verbannung auf die Île du Diable. In Tagebuchnotaten, Briefen und Rekonstruktionen der Akten entfaltet er, ohne Pathos, eindringlich, die Mikrophysik der Haft: Isolation, Zensur, Krankheit – und die unerschütterliche Behauptung seiner Unschuld. Das Buch steht im Kontext der Dreyfus-Affäre der Dritten Republik; es kontrastiert die verhärtete Militärraison mit Rechtsstaatlichkeit, verweist auf Picquarts Enthüllungen, Esterhazys Rolle und den öffentlichen Umschwung nach Zolas "J'accuse". Alfred Dreyfus (1859–1935), elsässisch-jüdischer Artillerieoffizier und Absolvent der École polytechnique, verkörpert die rationalistische Kultur des späten 19. Jahrhunderts. Seine Ausbildung, Pflichtauffassung und Präzision prägen die Schreibweise: knapp, belegt, sachlich. Aus dem Bedürfnis, Ehre und Wahrheit zu verteidigen – für die Justiz, für seine Familie, für die Nation –, entstand dieses Zeugnis, verfasst teils unter Überwachung, teils aus nachträglicher Erinnerung, um den Mechanismus des Irrtums lückenlos sichtbar zu machen. Als Primärquelle ersten Ranges empfiehlt sich das Buch Historikerinnen, Juristen, Politikwissenschaftlern und allen Lesern, die verstehen wollen, wie moderne Demokratien an Vorurteilen und Geheimhaltung scheitern können – und wie Beharrlichkeit sie korrigiert. Wer eine klare, quellengesättigte Stimme sucht, findet hier kein Pamphlet, sondern eine ethische Schule der Genauigkeit und Standhaftigkeit.

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"Fünf Jahre meines Lebens" ist Dreyfus' nüchtern-protokollarischer Bericht über seine Verhaftung 1894, die Degradierung, den Kriegsgerichtsprozess und die Verbannung auf die Île du Diable. In Tagebuchnotaten, Briefen und Rekonstruktionen der Akten entfaltet er, ohne Pathos, eindringlich, die Mikrophysik der Haft: Isolation, Zensur, Krankheit – und die unerschütterliche Behauptung seiner Unschuld. Das Buch steht im Kontext der Dreyfus-Affäre der Dritten Republik; es kontrastiert die verhärtete Militärraison mit Rechtsstaatlichkeit, verweist auf Picquarts Enthüllungen, Esterhazys Rolle und den öffentlichen Umschwung nach Zolas "J'accuse". Alfred Dreyfus (1859–1935), elsässisch-jüdischer Artillerieoffizier und Absolvent der École polytechnique, verkörpert die rationalistische Kultur des späten 19. Jahrhunderts. Seine Ausbildung, Pflichtauffassung und Präzision prägen die Schreibweise: knapp, belegt, sachlich. Aus dem Bedürfnis, Ehre und Wahrheit zu verteidigen – für die Justiz, für seine Familie, für die Nation –, entstand dieses Zeugnis, verfasst teils unter Überwachung, teils aus nachträglicher Erinnerung, um den Mechanismus des Irrtums lückenlos sichtbar zu machen. Als Primärquelle ersten Ranges empfiehlt sich das Buch Historikerinnen, Juristen, Politikwissenschaftlern und allen Lesern, die verstehen wollen, wie moderne Demokratien an Vorurteilen und Geheimhaltung scheitern können – und wie Beharrlichkeit sie korrigiert. Wer eine klare, quellengesättigte Stimme sucht, findet hier kein Pamphlet, sondern eine ethische Schule der Genauigkeit und Standhaftigkeit.

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