Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 13 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Toni Waidacher versteht es meisterhaft, die Welt um seinen Bergpfarrer herum lebendig, eben lebenswirklich zu gestalten. Er vermittelt heimatliche Gefühle, Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit. Zugleich ist er ein Genie der Vielseitigkeit, wovon seine bereits weit über 400 Romane zeugen.
Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Heimatromanen interessiert.
Es war Mittwochmorgen. Sebastian hatte die Morgenmesse gelesen und kehrte nun ins Pfarrhaus zurück. Es roch verführerisch nach frischen Semmeln oder Stangerln und nach frisch gebrühtem Kaffee. Er sog den Duft durch die Nase ein, trat in die Küchentür und sagte: »Hier riecht's ja wieder einmal wie in einem Wiener Caféhaus, Frau Tappert. Da läuft einem ja geradezu das Wasser im Mund zusammen.« »Dann setzen S' sich nur gleich an den Frühstückstisch, Hochwürden«, erwiderte Sophie und schenkte Sebastian ein warmes, mütterliches Lächeln. Ihr war es ein innerliches Bedürfnis, dem Pfarrer, für den sie wie für einen leiblichen Sohn empfand, den Tag so angenehm wie möglich zu gestalten. Den Anfang machte sie mit einem reichhaltigen Frühstück. Für sie war es die wichtigste Mahlzeit des Tages. »Ich muss nur noch das Ei aus dem Wasser nehmen und es abschrecken.« »Wenn ich Sie net hätt', Frau Tappert«, bekannte der Pfarrer, und es kam von Herzen. »Dann hätten S' eine andere Haushälterin, Hochwürden«, versetzte Sophie bescheiden. »Aber wahrscheinlich keine, die mich so umsorgen würd' wie Sie«, versetzte Sebastian. »Sie sind wie eine Mutter zu mir.« »Sie würd' ich auch sofort an Sohnes statt annehmen, Sie und Ihren Bruder«, erklärte Sophie lachend.


























