Max Hildebert Boehm : Radikales Ordnungsdenken vom Ersten Weltkrieg bis in die Bundesrepublik

Im Zentrum der biographischen Untersuchung über den "Volkstumsforscher" Max Hildebert Boehm steht die Analyse von Kontinuitäten und Wandlungen im deutschen rechtsintellektuellen Milieu im 20. Jahrhundert. Der Fokus liegt auf dem Wissenschaftsverständnis und dem politischen Beitrag Boehms als Begründer einer "rechten" Volkstheorie. Ebenso geht es um den Einfluss des ethno-politischen Experten vom späten Deutschen Kaiserreich bis in die Bundesrepublik. Ulrich Prehn verfolgt im Rahmen der Studie nicht nur ideengeschichtliche Fragestellungen, etwa nach der Transformation der Ideen von "Volk", "Staat" und "Nation" oder des rechtsintellektuellen Europa-Diskurses. Er beleuchtet auch die Handlungsfelder und Netzwerke des Protagonisten. Zwischen Außenseiterpositionen und partieller Nähe zu gesellschaftlichen Funktionseliten changierend, verkörperte der "bekennende Ideologe" Boehm einen Intellektuellentypus, den die bisher gängigen Zuschreibungen wie "Ostforscher", "konservativer Revolutionär" oder "Wegbereiter" des Nationalsozialismus nicht hinreichend abzubilden vermögen.

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