Tagebuch: Schreiben und Denken : Eine empirisch basierte Verhältnisbestimmung

Welche Möglichkeiten kann das Schreiben dem Denken eröffnen? Die im Spannungsfeld von kulturhistorisch orientierter Psycholinguistik und linguistischer Pragmatik angesiedelte Arbeit von Stefanie Surd-Büchele geht dieser Frage nach.

Hierzu wird eingangs ein Rahmen zu den drei zentralen Bereichen Schreiben als soziale Praxis, Tagebuch-Schreiben und Denken entwickelt. Dieser bildet die Grundlage für eine korpusbasierte Analyse, die einen quantitativen und qualitativen Zugang zum Material verknüpft.

Das Korpus umfasst über 1000 Einträge von 14 Papier- und Online-Tagebüchern. Untersucht werden sechs Analysefelder, innerhalb derer Spuren des Denkens im Schreiben verfolgt und interpretiert werden: Adressivitätsstrukturen und deiktische Formen geben Hinweise auf den kommunikativen Rahmen des Tagebuch-Schreibens; die Analyse gestalterischer Elemente thematisiert das in Sichtbarmachung und Bewahrung liegende Potential des Schreibens; die Untersuchung ritueller Strukturen trägt der Regelmäßigkeit des Tagebuch-Schreibens Rechnung; Fragen und Begründungen kommen im Hinblick auf ausgewählte Denkprozesse jeweils besondere Relevanz zu.

Als Synthese werden vier ,Schreib-Denk-Typen‘ abgeleitet, die es ermöglichen, zentrale Funktionen des Tagebuch-Schreibens für die Schreibenden zu erfassen und dabei die Nützlichkeit dieser Praxis für das Denken darzustellen. Dies mündet in die Entwicklung eines Modells zu Schreib-Denk-Beziehungen, das gleichzeitig Perspektiven für weitere Fragestellungen und pädagogisch-didaktische Überlegungen öffnet.

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