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Wem schenkst du deine Gefühle? : Bettina Fahrenbach - Eine Powerfrau setzt sich durch 39 – Liebesroman

Als der alte Fahrenbach, der eine zunächst kleine Firma im Weinanbau und -vertrieb errichtet und im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Familienunternehmen erweitert hat, das Zeitliche segnet, hinterlässt er ein ziemlich seltsames Testament. Drei seiner Kinder scheinen Grund zur Freude zu haben, Frieder als neuer Firmenchef, Jörg als Schlossherr und Grit als Villenbesitzerin.

Bettina wünschte sich, die Erde möge sich auftun und sie verschlingen, oder sie könne auf andere Weise unsichtbar werden. Aber leider war so etwas nichts mehr als Wunschdenken – außerdem, was sollte es. Sie musste sich der Situation stellen. Während ihre Gedanken sich überschlugen, starrte sie die Fremde an. Sie war nicht im landläufigen Sinne schön, aber ihr Gesicht, schmal, umrahmt von kurzen braunen Haaren, hatte etwas Interessantes. Sie war groß und schlank, beinahe athletisch und wirkte … sehr sympathisch. Das war sie also, die Nancy Sibelius, Ehefrau von Thomas, ihrer ersten großen Liebe. Denn dass es sich um seine Frau handelte, daran hatte Bettina nicht den geringsten Zweifel, obschon sie Nancy noch niemals zuvor gesehen hatte, auch nicht auf Fotos. Aber es gab Momente im Leben, in denen man eine untrügliche Klarsichtigkeit besaß, eine Gewissheit, die durch nichts zu erklären war. Was wollte Nancy hier? War sie gekommen, ihr Vorhaltungen zu machen wegen der Liebesaffäre mit Thomas? Die Fremde öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber Bettina kam ihr zuvor. »Es tut mir leid«, rief sie hastig, als habe sie Angst, unterbrochen zu werden, »wenn Sie hergekommen sind, mir Vorhaltungen zu machen, dann ist es vergebens. Ich hatte keine Ahnung, dass Thomas verheiratet ist, und als ich es erfuhr, habe ich sofort die Beziehung beendet.« Jetzt war es die Frau, die Bettina erstaunt ansah. Hatte sie sich etwa geirrt, dachte Bettina völlig verunsichert. »Sie …, Sie sind doch Nancy?«, stammelte sie. »Nancy Sibelius?«


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Als der alte Fahrenbach, der eine zunächst kleine Firma im Weinanbau und -vertrieb errichtet und im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Familienunternehmen erweitert hat, das Zeitliche segnet, hinterlässt er ein ziemlich seltsames Testament. Drei seiner Kinder scheinen Grund zur Freude zu haben, Frieder als neuer Firmenchef, Jörg als Schlossherr und Grit als Villenbesitzerin.

Bettina wünschte sich, die Erde möge sich auftun und sie verschlingen, oder sie könne auf andere Weise unsichtbar werden. Aber leider war so etwas nichts mehr als Wunschdenken – außerdem, was sollte es. Sie musste sich der Situation stellen. Während ihre Gedanken sich überschlugen, starrte sie die Fremde an. Sie war nicht im landläufigen Sinne schön, aber ihr Gesicht, schmal, umrahmt von kurzen braunen Haaren, hatte etwas Interessantes. Sie war groß und schlank, beinahe athletisch und wirkte … sehr sympathisch. Das war sie also, die Nancy Sibelius, Ehefrau von Thomas, ihrer ersten großen Liebe. Denn dass es sich um seine Frau handelte, daran hatte Bettina nicht den geringsten Zweifel, obschon sie Nancy noch niemals zuvor gesehen hatte, auch nicht auf Fotos. Aber es gab Momente im Leben, in denen man eine untrügliche Klarsichtigkeit besaß, eine Gewissheit, die durch nichts zu erklären war. Was wollte Nancy hier? War sie gekommen, ihr Vorhaltungen zu machen wegen der Liebesaffäre mit Thomas? Die Fremde öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber Bettina kam ihr zuvor. »Es tut mir leid«, rief sie hastig, als habe sie Angst, unterbrochen zu werden, »wenn Sie hergekommen sind, mir Vorhaltungen zu machen, dann ist es vergebens. Ich hatte keine Ahnung, dass Thomas verheiratet ist, und als ich es erfuhr, habe ich sofort die Beziehung beendet.« Jetzt war es die Frau, die Bettina erstaunt ansah. Hatte sie sich etwa geirrt, dachte Bettina völlig verunsichert. »Sie …, Sie sind doch Nancy?«, stammelte sie. »Nancy Sibelius?«