Friedrich II., auch bekannt als Friedrich der GroĂe, wird oft als einer der bedeutendsten Monarchen des 18. Jh. angesehen, ein Herrscher, der sich als aufgeklĂ€rter Philosoph verstand. Sein Werk 'Der Anti-Machiavell' sollte ursprĂŒnglich eine tiefgrĂŒndige Auseinandersetzung mit den Prinzipien der Macht und Herrschaft bieten - darauf hatte ich mich gefreut -, doch entpuppt es sich als ein ĂŒberraschend seichtes und oft plattes Pamphlet, das mehr Fragen aufwirft als es Antworten liefert. Die Diskrepanz zwischen Friedrichs SelbstverstĂ€ndnis und dem Inhalt seines Werkes ist frappierend und fĂŒhrt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem, was er als 'gerechte' Herrschaft propagiert.
Anstatt philosophische Einsichten zu prĂ€sentieren, bietet Friedrich eine triefende Romantik des Krieges und der militĂ€rischen Eroberung. Seine Schilderungen der europĂ€ischen Nachbarn, die durch stĂ€ndige Kriege an den Rand des finanziellen Ruins gedrĂ€ngt werden, sind nicht nur oberflĂ€chlich, sondern zeugen auch von einem erschreckenden Mangel an Empathie fĂŒr die menschlichen Kosten dieser Konflikte. Der gerechte Herrscher, wie sich Friedrich selbst sieht, wird zum eitlen Kriegstreiber, der rĂŒcksichtslos die SchwĂ€chen seiner Nachbarn ausnutzt und dabei die eigene Bevölkerung in Mitleidenschaft zieht.
Seine Schilderungen der europĂ€ischen Nachbarn, die durch stĂ€ndige Kriege an den Rand des finanziellen Ruins gedrĂ€ngt werden, sind nicht nur oberflĂ€chlich, sondern zeugen auch von einem erschreckenden Mangel an Empathie fĂŒr die menschlichen Kosten dieser Konflikte.
Statt einer kritischen Reflexion ĂŒber Macht und Moral finden sich in 'Der Anti-Machiavell' lediglich BanalitĂ€ten, die den Leser enttĂ€uscht und frustriert zurĂŒcklassen. Insgesamt ist 'Der Anti-Machiavell' ein absurdes Werk, das die Diskrepanz zwischen Friedrichs SelbstverstĂ€ndnis und der RealitĂ€t seiner Herrschaft deutlich macht. Der vermeintlich aufgeklĂ€rte Monarch entpuppt sich als beschrĂ€nkter, eitler Pfau, der alles andere als ein gerechter Herrscher ist. Man möchte den Mann an die Hand nehmen und den Umgang mit Mitmenschen lehren.