(0)

Zur Erscheinung kommen : Bildlichkeit als theoretischer Prozess

E-book


Wenn etwas zur Erscheinung kommt, aus dem Verborgenen oder aus latenter Anwesenheit ans Licht tritt und sich zeigt, dann geschieht dies keineswegs ausschließlich im Modus der VisualitĂ€t, sondern es handelt sich, in einem umfassenderen VerstĂ€ndnis, um ein phĂ€nomenales SinnfĂ€lligwerden und sinnliches Erfahrbarwerden – es eröffnet sich gleichsam ein Erscheinungs-Raum. Eine solche PrĂ€senzerfahrung umschließt sinnlich-perzeptive, imaginative und mentale Aspekte.

Welche Befunde ergeben sich, wenn wir diese Implikationen eines 'Zur-Erscheinung-Kommens' auf PhĂ€nomene der Bildlichkeit, gar das kĂŒnstlerische Bild, anlegen? Was heißt es also, dass etwas zur Erscheinung kommt? Und inwiefern lĂ€sst sich Bildlichkeit als ein 'theoretischer Prozess' bestimmen?

Der vorliegende Band verfolgt das Anliegen, Bildbegriffe und -verstĂ€ndnisse aus dem Kontext historischer theologisch-philosophischer Traditionen stĂ€rker in die gegenwĂ€rtigen Bild-Debatten einzubeziehen und so das Potential metaphysischer Spekulationen und Grundlegungen in seiner systematischen Relevanz fĂŒr die aktuelle Diskussion zu erschließen.

Die Autorinnen und Autoren widmen sich der Frage des 'Zur-Erscheinung-Kommens' aus unterschiedlichen Perspektiven im Ausgang von konkreten, exemplarischen Feldern einer gegenstandsbezogenen Auseinandersetzung. BeitrÀge, die Bildlichkeit aus der Perspektive einer metaphysischen Philosophietradition betrachten, werden mit modernen und zeitgenössischen Themen sowie mit literatur-, kulturwissenschaftlichen Theorien in Bezug gesetzt. In direktem Rekurs auf bildwissenschaftliche Forschungsperspektiven, Befunde und Methoden ist es das Ziel, den Debatten um den Bildbegriff durch eine Fokussierung auf philosophisch-theologische Voraussetzungen eine geistesgeschichtlich breitere Basis zu geben.

Der Band eröffnet eine Diskussion, die den Problematisierungszusammenhang syn- wie diachron prismatisch aufbricht. Denn gerade die Konfrontation von disziplinÀr miteinander verschrÀnkten AnsÀtzen aus den Bereichen literarischer und literaturtheoretischer, Àsthetischer wie kunsthistorischer, philosophischer, wissenschafts- und kulturgeschichtlicher und nicht zuletzt theologischer Interpretamente verspricht, spezifische Denkweisen und Àsthetische Konzeptionen einer Philosophie des Erscheinens klarer zu konturieren.

Mit BeitrÀgen von Georg W. Bertram, Olaf Breidbach, Saverio Campanini, Anne Eusterschulte, Thomas Leinkauf, Catherine Newmark, Verena Olejniczak Lobsien, Peter SchÀfer, Mirjam Schaub, Wilhelm Schmidt-Biggemann, Wiebke-Marie Stock, Ludger Schwarte und Arno Schubbach.