Eine Reise durch die neun Kreise der Hölle – Erster Teil des Meisterwerks der Weltliteratur. "Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!" – kaum eine Jenseitsvision hat unsere Vorstellung von der Hölle so nachhaltig geprägt wie Dantes "Inferno". In der Mitte seines Lebens findet sich Dante in einem dunklen Wald wieder, vom rechten Weg abgekommen und ohne Ausweg. Da erscheint ihm der römische Dichter Vergil, der zu seinem Führer auf einer ungeheuerlichen Reise wird: Gemeinsam steigen sie hinab in das Reich der Verdammten. Durch das Tor der Hölle führt ihr Weg immer tiefer in die neun Kreise des Infernos. Dante begegnet den Seelen von Liebenden und Verrätern, Gewalttätern, Betrügern, politischen Gegnern und Gestalten der Antike. Jede Schuld hat ihren Ort, jede Strafe folgt einer eigenen, unerbittlichen Logik. Unter den Verdammten trifft Dante auf historische Persönlichkeiten ebenso wie auf Figuren aus Mythologie und Literatur – und lässt dabei immer wieder die politischen und gesellschaftlichen Konflikte seiner eigenen Zeit in die Dichtung einfließen. Doch "Die Hölle" ist weit mehr als eine Reise durch grausame Strafen und erschreckende Bilder. Dante erzählt von Schuld und Verantwortung, Liebe und Begehren, Macht, Verrat, Gerechtigkeit und der menschlichen Freiheit. Persönliche Erfahrungen, christliche Theologie, antike Mythologie, Philosophie und Zeitgeschichte verbinden sich zu einem gewaltigen poetischen Weltentwurf. Das Inferno bildet den ersten Teil der "Göttlichen Komödie", gefolgt vom Purgatorio – dem Läuterungsberg – und dem Paradiso, dem Paradies. In insgesamt 100 Gesängen führt Dantes Reise vom tiefsten menschlichen Abgrund bis zur Schau des Göttlichen. Die Commedia, wie Dante selbst sein Werk nannte, entstand im frühen 14. Jahrhundert und gehört heute zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Dante Alighieri (1265–1321) wurde in Florenz geboren und lebte in einer Epoche heftiger politischer Auseinandersetzungen. Er selbst beteiligte sich aktiv am politischen Leben seiner Heimatstadt. Nach dem Sieg seiner Gegner wurde Dante 1302 aus Florenz verbannt. Eine Rückkehr sollte ihm bis zu seinem Tod nicht mehr möglich sein. Das Leben im Exil prägte sein größtes Werk entscheidend. In der Göttlichen Komödie machte Dante nicht nur Himmel und Hölle zu Schauplätzen seiner Dichtung, sondern rechnete auch mit politischen Gegnern ab, würdigte Menschen, die er bewunderte, und verarbeitete seine Vorstellungen von Moral, Religion und einer gerechten gesellschaftlichen Ordnung.

Dante Alighieri : Die göttliche Komödie, Teil 1. Ungekürzt gelesen von Jürgen Fritsche
Geschrieben von Dante Alighieri
















