Geschichte der Religion in der Neuzeit

Die Auseinandersetzung christlicher Gruppen mit dem Apartheidregime prĂ€gte den westdeutschen Protestantismus. Das Thema Apartheid und die Politik des sĂŒdafrikanischen Regimes beschĂ€ftigte in den 1970er und 1980er Jahren alle Ebenen der Evangelischen Kirche in Deutschland. Von der EKD ĂŒber die verschiedenen Landeskirchen bis hin zur Gemeindeebene war stĂ€ndig die Frage prĂ€sent, welche Reaktion angesichts des rassistischen Burenregimes angemessen sei. Die Evangelische Frauenarbeit in Deutschland trat dabei besonders hervor und rief ab 1978 dazu auf, keine »FrĂŒchte der Apartheid" zu kaufen. Sie initiierte damit die wichtigste Kampagne gegen die Apartheid in der Bundesrepublik Deutschland. Die Auseinandersetzung mit der Apartheid hat einen weitgehenden Wandel im westdeutschen Protestantismus mit ausgelöst. Angesichts der Globalisierung und der abnehmenden Bedeutung klassischer Formen kirchlichen Lebens boten sich hier Möglichkeiten, das eigene Christentum neu zu definieren. Dabei zeigten sich verĂ€nderte Vorstellungen von Frömmigkeit und christlicher Legitimation.