In Die Metalle bei den Naturvölkern : Mit Berücksichtigung prähistorischer Verhältnisse untersucht Richard Andree die kulturelle, technische und symbolische Bedeutung der Metalle in außereuropäischen Gesellschaften und verbindet diese Perspektive mit Fragen der Urgeschichte. Das Werk steht im Schnittfeld von Ethnographie, Archäologie und Kulturgeschichte und ist von jener vergleichenden Gelehrsamkeit des 19. Jahrhunderts geprägt, die materielle Kultur als Schlüssel zum Verständnis menschlicher Entwicklung begreift. Andree beschreibt Gewinnung, Verarbeitung und Gebrauch von Metallen nicht nur als technische Vorgänge, sondern als Indikatoren sozialer Organisation, Handelsbeziehungen und kultureller Wertsysteme. Richard Andree, bekannt als Geograph, Ethnograph und Publizist, widmete sich mit besonderem Nachdruck den globalen Ausdrucksformen menschlicher Kultur. Seine umfassende Beschäftigung mit Völkerkunde, Kartographie und historischen Quellen erklärt die methodische Anlage dieses Buches: Andree verknüpft Reiseberichte, Sammlungswissen und prähistorische Befunde, um Entwicklungszusammenhänge sichtbar zu machen. Gerade sein Interesse an der Verbreitung kultureller Techniken dürfte ihn zu dieser Studie über Metallgebrauch und Kulturkontakt geführt haben. Das Buch empfiehlt sich Lesern, die die Geschichte der Technik nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Gesellschaft und Weltdeutung verstehen wollen. Wer sich für ältere ethnologische Forschung, prähistorische Vergleichsmethoden und die materielle Basis kultureller Evolution interessiert, findet hier eine anregende, aufschlussreiche und historisch bedeutsame Darstellung.

Die Metalle bei den Naturvölkern : Mit Berücksichtigung prähistorischer Verhältnisse
Geschrieben von Richard Andree

