Musik ist zentraler Dreh- und Angelpunkt des Erinnerns in Charlotte Salomons Bilderzyklus "Leben? oder Theater? Ein Singespiel". Melodien, Lieder, Szenen aus einem musikkulturellen Umfeld werden erinnert, rufen Erinnerungen hervor, werden erzählt und wirken so identitätsbildend. Besonders das Singen wird dabei zum selbstkonstituierenden Moment. Das Nachdenken über die eigene Stimme öffnet Räume der Erinnerung und der narrativen Selbstverortung einer jüdischen Künstlerin, die in den Jahren 1940–1942 im südfranzösischen Exil versucht, eine gesellschaftlich und biographisch zerfallende Welt gewissermaßen 'musikerinnernd' wieder zusammenzusetzen oder: zu (re-)komponieren. Der Blick einer kulturwissenschaftlichen Musikwissenschaft auf die Bilder Salomons – erweitert durch psychoanalytische wie auch sozialwissenschaftliche Ansätze – offenbart, wie tief Musik mit Erinnerung und Fragen nach Selbst und Identität verflochten ist, und ist ein Plädoyer für die interdisziplinäre Lesbarkeit eines Werks, das sich jeder einfachen Kategorisierung entzieht – und gerade dadurch berührt.
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Autor*in:
Reihe:
Band 22 in Musik – Kultur – GenderSprache:
Deutsch
Format:

La cosa è scabrosa : Das Ereignis "Figaro" und die Wiener Opernpraxis der Mozartzeit

Musik-Stammbücher : Erinnerung, Unterhaltung und Kommunikation im Europa des 19. Jahrhunderts

Paare in Kunst und Wissenschaft

Kulturelles Handeln | Macht | Mobil : Interdisziplinäre Studien zur gender- und musikbezogenen Mobilitätsforschung

(Wahl-)Verwandtschaften : Gemeinschaftliches kulturelles Handeln

Musikreisen in innere Räume : Biographische Studien zu Helen Lindquist Bonny (1921–2010). Ein Beitrag zur Geschichte der Musiktherapie im 20. Jahrhundert

Cellistinnen : Transformationen von Weiblichkeit in der Instrumentalkunst
