Niccolò Machiavellis Ruhm beruht im Wesentlichen auf dem Erfolg seiner wenig umfangreichen und in der Form eines Briefes an Lorenzo di Piero de Medici (Enkel Lorenzos des Prächtigen) im Jahre 1513 im Exil verfassten und 1532 postum erschienenen Schrift Der Fürst/Il Principe. Die über lange Zeit isoliert vom Werkkontext verlaufene Rezeption dieses Büchleins hat die Entstehung des verbreiteten Urteils begünstigt, demzufolge Machiavelli als der Begründer des nach ihm benannten »Machiavellismus« gilt. Diese Ansicht kann inzwischen als überholt angesehen werden, nachdem die weltweite Rezeption seines Werkes seit Jahrzehnten zunehmend intensiver den Kontext seiner anderen Schriften mitberücksichtigt hat. Die Zuordnung Machiavellis zur Strömung des Humanismus rechtfertigt sich u.a. aus seiner deutlichen Prägung durch die klassischen Bildungsideale der »humanistischen Studien« (studia humanitatis), die sich im Erwerb von Kompetenzen wie der Kunst der Geschichtsschreibung, der Rhetorik oder der kreativen Betätigung auf dem Feld der Poesie manifestiert haben. Sämtliche dieser Kompetenzen hat Machiavelli sich im Rahmen seiner permanenten Auseinandersetzung mit eminenten Autoren der Antike – vornehmlich der römischen – angeeignet. Ihm kommt zudem das Verdienst zu, das humanistische Paradigma um die Dimension der Kunst des politischen Handelns erweitert und die Politik zu einem Praxisfeld sui generis gemacht zu haben.
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Autor*in:
Reihe:
Band 6 in Humanistische PorträtsSprache:
Deutsch
Format:

Christa Wolf (1929-2011) : Antifaschistin – Humanistin – Sozialistin

Heinrich Mann (1871-1950) : Zwischen „Macht der Güte“ und „Diktatur der Vernunft“

Sebastian Castellio (1515–1563) : Vorkämpfer für Toleranz im konfessionellen Zeitalter

Wilhelm von Humboldt (1767–1835) : Menschen, Sprachen, Politik

Marcus Tullius Cicero (106–43 v. u. Z.) : Ein Anfang des europäischen Humanismus

Ferdinand Tönnies (1855–1936) : Soziologe und Ethiker

Voltaire (1694–1778) : Schriftsteller, Intellektueller, Menschenfreund

Bertha von Suttner (1843–1914) : Freidenkerin und Pazifistin

Ulrich von Hutten (1488-1523) : Ein Mensch mit seinem Widerspruch

Heinrich Heine (1797–1856) : Emanzipation in Zeiten des Umbruchs

Alice Salomon (1872-1948) : Sozialreformerin und Frauenrechtlerin
