Tatherrschaft im Rahmen der Steuerhinterziehung

Dezentrale Strukturen – z.B. innerhalb moderner Wirtschaftsunternehmen – erschweren zunehmend eine Festlegung darauf, wen die strafrechtliche Verantwortung für unrichtige oder unvollständige Angaben in steuerlichen Erklärungen trifft. Auf Basis der Tatherrschaftslehre beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit der Abgrenzung von Täterschaft und Teilnahme im Rahmen der Steuerhinterziehung gemäß § 370 AO. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob und wenn ja, wie sich die herkömmlichen Kriterien der Tatherrschaftslehre auf die Steuerhinterziehung übertragen lassen.

Dogmatische Grundlage der Untersuchung ist dabei die Tatherrschaftslehre im Sinne Roxins. Vorab wird zunächst die grundsätzliche Kritik an der Tatherrschaftslehre in den Blick genommen und untersucht, ob diese Bedenken einer Anwendbarkeit der Tatherrschaftslehre auf die Steuerhinterziehung entgegen stehen. Als eine der wesentlichen Erkenntnisse dieser Untersuchung zeigt sich, dass sich die Tatherrschaftslehre im Rahmen der Steuerhinterziehung für eine normative Bewertung und Einordnung des Geschehens öffnen muss, um den Täter einer Steuerhinterziehung bestimmen und ihn von einem Teilnehmer abgrenzen zu können. Grundlage dieser normativen Betrachtung muss dabei stets die Frage sein, wer sich die steuerliche Erklärung – nach außen verkörpert – inhaltlich zurechnen lassen möchte.

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  1. 3.5

    Der Pflichtwidrigkeitsvorsatz der Untreue : Zugleich ein Beitrag zur gesetzlichen Bestimmtheit des § 266 StGB

    Lasse Dinter

  2. Zur Theorie des Wirtschaftsstrafrechts : Zugleich eine Untersuchung zu funktionalen Steuerungs- und Verantwortlichkeitsstrukturen bei ökonomischem Handeln

    Marco Mansdörfer

  3. Über den "tatsächlichen Zusammenhang" im Bankrottstrafrecht : Zugleich ein Beitrag zur Dogmatik des sog. bedingten Gefährdungsdelikts

    Alexandra Windsberger

  4. Sanktionsbewehrte Aufsichtspflichten im internationalen Konzern : Der Normadressat des § 130 OWiG im Unternehmensverbund unter Berücksichtigung grenzüberschreitender Sachverhalte

    Andreas Minkoff

  5. Unternehmenskriminalität ohne Strafrecht?

    Charlotte Schmitt-Leonardy

  6. Bankrott und strafrechtliche Organhaftung : Bankmitarbeiter und die Kreditrückführung in der Krise

    Jörg Habetha

  7. Churning : Das Phänomen der kapitalmarkt- und börsenrechtlichen Spesenschinderei und die Sanktionierung im Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht

    Manuel Lorenz

  8. Die straflose Vorteilsnahme : Zu den Grenzen der Strafwürdigkeit in § 331 StGB - mit vergleichender Darstellung der entsprechenden Normen in Österreich und der Schweiz.

    Tobias Friedhoff

  9. Die Genehmigung der Vorteilsannahme und der Vorteilsgewährung

    Marius Leven

  10. Die Akzessorietät des Wirtschaftsstrafrechts : Zugleich ein Beitrag zu Begriff und Wesen des Wirtschaftsstrafrechts

    Markus Wagner

  11. Der Verletzte im Sinne des § 172 StPO bei Vermögensdelikten zum Nachteil von Kapitalgesellschaften

    David Albrecht

  12. Grund und Grenzen eines Marktwirtschaftsstrafrechts

    Anja Nöckel


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