Über dieses Buch

Migration ist ein wesentlicher Motor sozialen Wandels. Insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Einwanderungsgesellschaften Europas von einer Vielzahl kultureller und sozialer Bewegungen geprägt, die von Migrant:innen initiiert oder getragen waren. Mit informellen Netzwerken, Basisinitiativen, Bündnissen und Selbstorganisationen kämpften Migrant:innen gegen soziale Ungleichheit und rassistische Diskriminierungen sowie für ihre Anerkennung und ein Bleiberecht. Dieser Band bietet einen umfassenden Einblick in diese Geschichte der migrantischen Selbstorganisation in West- und Ostdeutschland sowie in Belgien. In zehn Beiträgen untersuchen Historiker:innen, Soziolog:innen und Gewerkschafter:innen die Strategien und institutionellen Entwicklungen von migrantischen Selbstorganisationen in ihrer Interaktion mit anderen gesellschaftlichen Akteuren. Dabei steht insbesondere die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und urbanen sozialen Bewegungen im Fokus. Die Lokalstudien beziehen sowohl Quellen etablierter Archive als auch Überlieferungen der sozialen Bewegungen und Selbstorganisationen ein und betonen die Bedeutung der migrantischen Kämpfe für die Sozialgeschichte Deutschlands und Belgiens.

Der Band ist in Kooperation mit dem Münchner Stadtmuseum entstanden.

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