Die Reformierten in Schlesien : Vom 16. Jahrhundert bis zur Altpreußischen Union von 1817

Schlesien bildete nicht nur mit Blick auf Politik und Gesellschaft, sondern auch hinsichtlich seiner spezifischen religiösen Struktur während der Frühen Neuzeit eine wichtige Brückenlandschaft in Ostmitteleuropa. Dies lässt sich an grenzübergreifenden Kontakten erkennen, an Eheverbindungen sowie an den Ausbildungswegen der Theologen. Nicht nur im humanistisch-gelehrten Umfeld der Metropole Breslau, auch im Bereich der einzelnen Territorialherrschaften und regionalen Stadtzentren des Oderlandes sind reformierte Einflüsse seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nachweisbar. Die kleinräumige Territorialorganisation Schlesiens mit zahlreichen semisouveränen Fürsten, die Schwäche der katholischen Kirchenorganisation und das Fehlen personeller und finanzieller Ressourcen des katholischen Oberherrn ermöglichten Freiräume, die der Ausbreitung reformierter Vorstellungen zugutekamen. Über die innerschlesischen Entwicklungen hinaus nimmt der vorliegende Sammelband, der die Ergebnisse einer internationalen und interdisziplinären Tagung in Polen dokumentiert, auch die Außenbeziehungen der schlesischen Reformierten in den Blick, die sich aus Studienkontakten, dynastischen Beziehungen und Folgen eines seit der Reformation verdichtenden Wissens- und Ideentransfers ergaben. Der Band zeigt neue Forschungsperspektiven auf, um landeseigene wie sachliche und zeitliche Spezifika eines schlesischen Reformiertentums vom 16. bis zum 19. Jahrhundert herauszuarbeiten.

Über dieses Buch

Schlesien bildete nicht nur mit Blick auf Politik und Gesellschaft, sondern auch hinsichtlich seiner spezifischen religiösen Struktur während der Frühen Neuzeit eine wichtige Brückenlandschaft in Ostmitteleuropa. Dies lässt sich an grenzübergreifenden Kontakten erkennen, an Eheverbindungen sowie an den Ausbildungswegen der Theologen. Nicht nur im humanistisch-gelehrten Umfeld der Metropole Breslau, auch im Bereich der einzelnen Territorialherrschaften und regionalen Stadtzentren des Oderlandes sind reformierte Einflüsse seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nachweisbar. Die kleinräumige Territorialorganisation Schlesiens mit zahlreichen semisouveränen Fürsten, die Schwäche der katholischen Kirchenorganisation und das Fehlen personeller und finanzieller Ressourcen des katholischen Oberherrn ermöglichten Freiräume, die der Ausbreitung reformierter Vorstellungen zugutekamen. Über die innerschlesischen Entwicklungen hinaus nimmt der vorliegende Sammelband, der die Ergebnisse einer internationalen und interdisziplinären Tagung in Polen dokumentiert, auch die Außenbeziehungen der schlesischen Reformierten in den Blick, die sich aus Studienkontakten, dynastischen Beziehungen und Folgen eines seit der Reformation verdichtenden Wissens- und Ideentransfers ergaben. Der Band zeigt neue Forschungsperspektiven auf, um landeseigene wie sachliche und zeitliche Spezifika eines schlesischen Reformiertentums vom 16. bis zum 19. Jahrhundert herauszuarbeiten.

Starte noch heute mit diesem Buch für € 0

  • Hole dir während der Testphase vollen Zugriff auf alle Bücher in der App
  • Keine Verpflichtungen, jederzeit kündbar
Jetzt kostenlos testen
Mehr als 52 000 Menschen haben Nextory im App Store und auf Google Play 5 Sterne gegeben.

  1. #108

    Unversöhnte Verschiedenheit : Verfahren zur Bewältigung religiös-konfessioneller Differenz in der europäischen Neuzeit

    Johannes Paulmann, Matthias Schnettger, Thomas Weller

  2. #109

    Predigt im Ersten Weltkrieg : La prédication durant la « Grande Guerre »

  3. »Beruf und Berufung« : Die evangelische Geistlichkeit und die Konfessionsbildung in den Herzogtümern Pommern, 1560–1618

    Maciej Ptaszyński

  4. Eine kleine Kirche in Europa : Die Tschechoslowakische Hussitische Kirche im Wandel zwischen Nationalkirche und europäischem kirchlichen Akteur

    Daniel Jurek

  5. Konfessionelle Theologie und Migration : Die Antwerpener Gemeinde Augsburger Konfession im

    Carsten Brall

  6. Die europäische Debatte über den Religionskrieg (1679–1714) : Konfessionelle Memoria und internationale Politik im Zeitalter Ludwigs XIV

    Christian Mühling

  7. Wien und London, 1727–1735 : Internationale Beziehungen im frühen 18. Jahrhundert

    Charlotte Backerra

  8. Moralische Erneuerung : Korruption und bürokratische Reformen in Bayern und Preußen, 1780-1820

    Robert Bernsee

  9. Die Afrikaexperten : Das Internationale Afrikainstitut und die europäische Afrikanistik, 1926–1976

    Stefan Esselborn

  10. Humanitäre Hilfe und Interessenpolitik : Die Institutionalisierung der westdeutschen humanitären Hilfe während des Vietnamkriegs (1965-1973)

    Michael Vössing

  11. Toleranz und Identität : Geschichtsschreibung und Geschichtsbewusstsein zwischen religiösem Anspruch und historischer Erfahrung

  12. Jakob von Vitrys »Vita Mariae Oigniacensis« : Zu Herkunft und Eigenart der ersten Beginen

    Vera von der Osten-Sacken