Als der alte Fahrenbach, der eine zunächst kleine Firma im Weinanbau und -vertrieb errichtet und im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Familienunternehmen erweitert hat, das Zeitliche segnet, hinterlässt er ein ziemlich seltsames Testament. Drei seiner Kinder scheinen Grund zur Freude zu haben, Frieder als neuer Firmenchef, Jörg als Schlossherr und Grit als Villenbesitzerin.
Bettina war im Grunde genommen ein sehr resoluter Mensch und konnte gerade in Ausnahmesituationen über sich hinauswachsen. Doch jetzt war sie überfordert. Toni Greiner, ein Mann, der sich seine Gefühle niemals anmerken ließ, der still und zurückhaltend war, lehnte an ihr wie ein kleiner Junge, der den Schutz seiner Mutter sucht. Was war bloß geschehen? Was hatte er eben am Telefon erfahren, was ihn so sehr aus der Fassung gebracht hatte? Sie hatte ihn gefragt, doch keine Antwort darauf erhalten. Bettina versuchte es noch einmal. »Toni, was ist passiert? Wenn du nichts sagst, dann kann ich dir auch nicht helfen.« Es dauerte eine Weile, ehe er aus seiner Erstarrung erwachte, sich aus ihrer Umarmung frei machte. »Babette«, ächzte er mit ihm kaum gehorchender Stimme. Babette?, dachte Bettina, was sollte denn mit ihr geschehen sein? Ehe sie den Hof verlassen hatte, um sich mit Linde zu treffen, hatte sie Babette gesehen, sich sogar mit ihr unterhalten, und da war sie putzmunter und äußerst vergnügt gewesen, wie sie es immer war, seit sie wusste, dass Toni und sie ein gemeinsames Kind haben würden, ein kleines Mädchen, das sie Laura nennen wollten. »Toni«, am liebsten hätte sie ihn geschüttelt. »Was ist mit Babette?« Er sollte doch endlich reden und sich nicht jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen lassen. »Sie … sie hatte einen Unfall«























