Else Lasker-Schüler als Expressionistin : Expressionismus 21

Else Lasker-Schüler (1869–1945) ist nicht nur eine der herausragendsten Autorinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie ist auch wie keine zweite Dichterin mit dem Expressionismus verbunden, hat sie doch als einzige weibliche Stimme Aufnahme in die berühmte Anthologie Menschheitsdämmerung (1919) von Kurt Pinthus gefunden. Bereits von ihren Zeitgenoss*innen wurde der avantgardistische Ansatz ihrer Lyrik anerkannt. Modern ist auch die auffällige Selbstinszenierungspraxis Lasker-Schülers, die mit androgynen Elementen spielt bzw. Fiktion und reale Person immer wieder geschickt ineinander verwebt. Hinzu kommen die zahlreichen Netzwerke und Kontakte – namentlich vor allem zu Franz Marc und Gottfried Benn –, über die Lasker-Schüler im Zentrum expressionistischer Kunstproduktion anzusiedeln ist.

Andererseits sind die Spezifika ihres Werks zu beachten, denen sich die Forschung zum Teil durchaus intensiv zugewandt hat und die über das expressionistische Element potenziell hinausweisen. Dazu gehören insbesondere der religiöse Kontext wie auch die Frage, wie sich Lasker-Schüler in das (oft männlich geprägte) Bild expressionistischer Dichtung einfügen lässt. Zudem folgt aus der singulären Kanonisierung Lasker-Schülers als die expressionistische Dichterin schlechthin eine gewisse Vereinfachung, die es immer wieder kritisch zu hinterfragen gilt, etwa durch einen Abgleich mit anderen – weniger beachteten – Autorinnen der Zeit.

Anlässlich ihres 80. Todestags, der gleichzeitig auch das zehnjährige Bestehen der Zeitschrift Expressionismus markiert, stellt der Band die als wichtigste Dichterin des Expressionismus schlechthin kanonisierte Autorin in den Mittelpunkt und bietet neue Erkundungen ihres Werks – von dessen Programmatik über Fragen von Aufführung und Performanz bis hin zu Schreibpraxis und Intermedialität.

Mit Beiträgen von Toni Bernhart, Viviane Hoof, Akane Nishioka, Fabiana Paciello, Marilisa Reisert, Adrian Renner, Imelda Rohrbacher und Paula Vosse.

À propos de ce livre

Else Lasker-Schüler (1869–1945) ist nicht nur eine der herausragendsten Autorinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie ist auch wie keine zweite Dichterin mit dem Expressionismus verbunden, hat sie doch als einzige weibliche Stimme Aufnahme in die berühmte Anthologie Menschheitsdämmerung (1919) von Kurt Pinthus gefunden. Bereits von ihren Zeitgenoss*innen wurde der avantgardistische Ansatz ihrer Lyrik anerkannt. Modern ist auch die auffällige Selbstinszenierungspraxis Lasker-Schülers, die mit androgynen Elementen spielt bzw. Fiktion und reale Person immer wieder geschickt ineinander verwebt. Hinzu kommen die zahlreichen Netzwerke und Kontakte – namentlich vor allem zu Franz Marc und Gottfried Benn –, über die Lasker-Schüler im Zentrum expressionistischer Kunstproduktion anzusiedeln ist.

Andererseits sind die Spezifika ihres Werks zu beachten, denen sich die Forschung zum Teil durchaus intensiv zugewandt hat und die über das expressionistische Element potenziell hinausweisen. Dazu gehören insbesondere der religiöse Kontext wie auch die Frage, wie sich Lasker-Schüler in das (oft männlich geprägte) Bild expressionistischer Dichtung einfügen lässt. Zudem folgt aus der singulären Kanonisierung Lasker-Schülers als die expressionistische Dichterin schlechthin eine gewisse Vereinfachung, die es immer wieder kritisch zu hinterfragen gilt, etwa durch einen Abgleich mit anderen – weniger beachteten – Autorinnen der Zeit.

Anlässlich ihres 80. Todestags, der gleichzeitig auch das zehnjährige Bestehen der Zeitschrift Expressionismus markiert, stellt der Band die als wichtigste Dichterin des Expressionismus schlechthin kanonisierte Autorin in den Mittelpunkt und bietet neue Erkundungen ihres Werks – von dessen Programmatik über Fragen von Aufführung und Performanz bis hin zu Schreibpraxis und Intermedialität.

Mit Beiträgen von Toni Bernhart, Viviane Hoof, Akane Nishioka, Fabiana Paciello, Marilisa Reisert, Adrian Renner, Imelda Rohrbacher und Paula Vosse.

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  1. #6

    Wahnsinn : Expressionismus 06/2017

    Michael Ansel, Anna Sophie Brasch, Larissa Kikol, Cornelius Mitterer, Carsten Rast, Thomas Röske, Klaus Schenk, Christiane Schmidt, Panagiota Varvitsioti, Sophie Witt

  2. #8

    Berlin : Expressionismus 08/2018

    Alice Cazzola, Elisa Garrett, Hans Georg Hiller von Gaertingen, Katrin Hiller von Gaertingen, Wiebke Hölzer, Jost Lehne, Johanna Meixner, Inga Rossi-Schrimpf, Ulrike Zitzlsperger

  3. #10

    Körperlichkeiten : Expressionismus 10/2019

    Martin Bartelmus, Marijke Box, Ralf Georg Czapla, Henrike Hans, Jonas Nesselhauf, Bernhard Rübenthal, Catharina Rüß, Benjamin Voß

  4. #11

    Väter und Söhne : Expressionismus 11/2020

    Martin Blawid, Leonie Ettinger, Kirsten Frank, Alexander Kappe, Thomas Keith, Susanne Pocai, Elisabeth Schröder

  5. #12

    Tod : Expressionismus 12/2020

    Lars Amann, Martin Bartelmus, Nike Dreyer, Steffen Eigl, Elisa Garrett, Matthias C. Hänselmann, Fabian Lutz, Simone Zupfer

  6. #13

    Innovation : Expressionismus 13/2021

    Stefan Borchardt, Insa Brinkmann, Torben Dannhauer, Mandy Dröscher-Teille, Sophie-C. Hartisch, Tobias Thanisch, Nina Tolksdorf, Eva Wiegmann

  7. #14

    Carl Einstein und die Avantgarde : Expressionismus 14/2021

    Jasmin Grande, Klaus H. Kiefer, Andreas Kramer, Micaela Latini, Nicole Rettig, Eva Wiegmann

  8. #15

    Politik : Expressionismus 15/2022

    Marijke Box, Anja Degner, Norbert Grube, Elmar Kossel, Luigi Monzo, Akane Nishioka, Annadea Salvatore, Dennis Schäfer

  9. #16

    Provinz : Expressionismus 16/2022

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  10. #17

    Internationaler Expressionismus – gestern und heute : Expressionismus 17/2023

    Julia Allerstorfer-Hertel, Nanne Buurman, Sylvia Claus, Uwe Czier, Carmen Gómez García, Christine Pappelau, Susanne Pocai, Katharina Wolf

  11. #18

    Riechen und Gerüche : Expressionismus 18

    Uwe Czier, Andreas Kramer, Frank Krause, Sergej Rickenbacher, Ulrike Zitzlsperger

  12. #19

    Die kleinen Zeitschriften des Expressionismus : Expressionismus 19

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