Goethes lyrisches Werk gehört zum Reichsten und Wandlungsfähigsten der deutschen Literaturgeschichte und begleitete den Dichter von der Jugend bis ins hohe Alter.
Frühe, unmittelbar-gefühlvolle "Gedichte" des Sturm und Drang wie „Willkommen und Abschied“ oder „Prometheus“ stehen neben den klassisch geformten, philosophisch durchdrungenen Balladen und "Gedichten" der Weimarer Zeit, etwa „Der Erlkönig“, „Der Zauberlehrling“ oder die Elegien der „Römischen Elegien“. Im Alter wandte sich Goethe, angeregt durch die Lektüre persischer Dichtung, dem „West-östlichen Divan“ zu, einem farbenreichen lyrischen Dialog zwischen abendländischer und orientalischer Kultur. In seiner Gesamtheit dokumentiert Goethes lyrisches Werk nicht nur seine eigene künstlerische Entwicklung, sondern auch die zentralen Strömungen der deutschen Literatur zwischen 1770 und 1830: Sturm und Drang, Klassik und Romantik.
Zahlreiche seiner "Gedichte" wurden von Komponisten wie Schubert, Schumann oder Wolf vertont und gehören zum festen Kanon des deutschen Kunstlieds.











