À propos de ce livre

"Um das Glück" entfaltet als psychologisch grundierter Roman die Frage, ob Glück als privates Gefühl, gesellschaftliche Anerkennung oder sittliche Selbstverwirklichung zu verstehen sei. Anton Freiherr von Perfall verbindet eine klar geführte, anschauliche Erzählerprosa mit genauer Beobachtung von Milieu, Charakter und inneren Konflikten. Der Text steht damit im Kontext des realistischen und spätgründerzeitlichen Erzählens: Individuelle Wünsche geraten in Spannung zu Herkunft, Konvention und den sozialen Erwartungen einer sich wandelnden Gesellschaft. Nicht äußere Handlungseffekte, sondern die moralischen Entscheidungen und seelischen Bewegungen der Figuren tragen die Entwicklung. Anton Freiherr von Perfall (1853–1924), aus einem bayerischen Adelsgeschlecht stammend, war Schriftsteller und Publizist. Seine genaue Kenntnis gesellschaftlicher Hierarchien, ländlich-bürgerlicher Lebenswelten und der Wertvorstellungen des wilhelminischen Zeitalters prägt seinen Blick auf menschliche Bindungen und Konflikte. Gerade die Nähe zu diesen sozialen Ordnungen dürfte ihn dazu geführt haben, Glück nicht als abstrakte Verheißung, sondern als Ergebnis von Verantwortung, Verzicht und Selbstprüfung zu gestalten. Leserinnen und Leser, die literarische Gesellschaftsbeobachtung mit psychologischer Spannung verbinden möchten, finden in diesem Buch eine anregende und historisch aufschlussreiche Lektüre. "Um das Glück" lädt dazu ein, die eigenen Vorstellungen vom erfüllten Leben im Spiegel einer vergangenen Epoche zu prüfen.

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