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À propos de ce livre

Als der alte Fahrenbach, der eine zunächst kleine Firma im Weinanbau und -vertrieb errichtet und im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Familienunternehmen erweitert hat, das Zeitliche segnet, hinterlässt er ein ziemlich seltsames Testament. Drei seiner Kinder scheinen Grund zur Freude zu haben, Frieder als neuer Firmenchef, Jörg als Schlossherr und Grit als Villenbesitzerin.

Es war seit Christinas Tod das erste Mal, dass Bettina sich unbeschwert fühlte und sich freuen konnte. Und so trällerte sie auch den ein wenig albernen Schlager mit, bei dem es sich um Verlieren, Finden, Verlieren und zum Glück Finden drehte. Sie hatte Stunden in Steinfeld in der Buchhandlung des ach so liebenswerten Kurt Arnold verbracht. Die Freude, sich zu sehen, beruhte auf Gegenseitigkeit. Bettina freute sich, weil sie in ihm einen kompetenten Berater bei der Auswahl ihrer Bücher hatte, und Kurt Arnold, der betete Bettina geradezu an. Und das nicht aus einem Gefühl wilder Leidenschaft heraus, sondern weil Bettina ihm geholfen hatte. Wenn es sie nicht gäbe, wäre er mit seiner Buchhandlung längst in Konkurs gegangen und stünde jetzt vor einem Haufen von Schulden und, was noch schlimmer war, vor den Trümmern eines geplatzten Lebenstraumes. Dabei hatte Bettina nicht einmal finanziell einspringen müssen, was sie ohne Zweifel getan hätte, weil sie Herrn Arnold schätzte. Nein, er war nur falschen Beratern und einer inkulanten Bank aufgesessen. Ihr Steuerberater hatte es gerichtet und nicht nur einen neuen Mandanten gewonnen, sondern ihm seine Existenz erhalten. Bettina war es manchmal peinlich, dass Herr Arnold nicht aufhörte, seine Dankbarkeit zu zeigen. Aber da sie wusste, wie wichtig es ihm war, akzeptierte sie, dass er ihr jedes Mal ohne Berechnung ein Buch mit einpackte, meist eine Neuerscheinung, die besonders gute Kritiken hatte und die sie sich irgendwann ohnehin gekauft hätte. Bettina war auf jeden Fall froh, dass er ihr erhalten geblieben war, denn sie war eine Leseratte und war noch niemals zuvor in ihrem Leben so gut beraten worden. Jetzt war sie auf dem Heimweg. Allerdings hatte sie keine Eile. Thomas war für ein paar Tage geschäftlich unterwegs. Zum ersten Male, seit sie wieder zusammen waren, waren sie getrennt, ein für Bettina ganz merkwürdiges Gefühl, und sie sehnte schon jetzt seine Rückkehr wieder herbei. Sie konnte sich ein Leben ohne Thomas nicht vorstellen, und es grauste ihr so richtig davor, ein paar Tage ohne ihn sein zu müssen. Und ein paar Tage drauf würden sie endlich heiraten, und dann würde nichts auf der Welt sie mehr trennen. Ihr Tom.