Nirgends auf der Karte ist die buchstäbliche Heimat zu finden, und doch wird über Heimat gesprochen. Aber was ist Heimat – und wie wird sie erzählt? In einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche erzählt Wilhelm Raabe von Heimat – und von ihrer Fragwürdigkeit. Seine Erzähltexte zeigen, dass Heimat nicht einfach ein Ort der Geborgenheit ist, sondern ein konfliktreiches Spannungsfeld zwischen Individuum und Umwelt. Heimat stellt in Raabes Werk einen zentralen Topos dar – sowohl in begrifflicher als auch in struktureller Hinsicht. Die vorliegende Arbeit nimmt den Heimatbegriff in den Erzähltexten Raabes genau in den Blick – mit besonderem Augenmerk auf die topographische Gestaltung heimatlicher Räume. Sie fragt: Mit welchen narrativen Mitteln tritt Raabe den dominierenden Heimatvorstellungen des neunzehnten Jahrhunderts entgegen? Anhand raumtheoretischer Ansätze – unter anderem von Georg Simmel und im Zuge des ›spatial turn‹ entwickelt – arbeitet diese Studie überzeugend heraus, wie Raabe mit vertrauten Heimatbildern bricht und neue narrative Räume öffnet. Sie erschließt Raabes Erzähltexte auf neue Weise, indem sie literaturwissenschaftliche Textanalyse mit sozial- und kulturwissenschaftlichem Kontextbewusstsein verbindet.
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Auteur(e) :
Série :
Tome 983 dans Epistemata LiteraturwissenschaftLangue :
allemand
Format :

Rassenmutter und Rebellin : Hexenbilder in Romantik, völkischer Bewegung, Neuheidentum und Feminismus

Ach, nur ‘n bisschen Liebe : Männliche Homosexualität in den Romanen deutschsprachiger Autoren in der Zwischenkriegszeit 1919 bis 1939

Spuren : Karl Philipp Moritz in der Literatur und Kultur um 1800

»Schon liefert meine Muse mir mit süßlicher Stimme ihr Thema; es lautet: Mensch ohne Leib, sowie Leib ohne Mensch«

Natur und Nation : Landschaft als Ausdruck nationaler Identität im 19. Jahrhundert – der Rhein und der Hudson River

Ehe um 1800 : Ein Beitrag zur Wissensgeschichte

Neofantastik : Die Evolution fantastischen Erzählens im 20. Jahrhundert

Erlösung der Welt durch Essayismus : Robert Musils literarisches Denken im Kontext der Modernekritik

Ko-Operationen : Zur literarischen Produktionsgemeinschaft von Clemens Brentano und Luise Hensel

Die Kunst der Selbstoffenbarung bei Deborah Levy und Annie Ernaux : Form, Funktion und Grenzen autobiografischer Exposition

Sprache als Musik? : Die Normierung des Sprechens und die Deklamationsbewegung um 1800

Ehe, Familie und Emanzipation : Erfolgsromane von Frauen zwischen 1850 und 1900
