Für etwa 200 Jahre, vom Ende des 4. Jahrhunderts bis 589 n. Chr., gehören die Westgoten einem von der Orthodoxie der Reichskirche abweichenden christlichen Bekenntnis an. Auf dem 3. Konzil von Toledo beendet König Rekkared diesen Zustand religiöser Alterität durch die Konversion zum Katholizismus. Die antiken Berichte zeichnen nur vordergründig ein kohärentes Bild des Christentums der Goten. Dagegen weist Eike Faber Widersprüche und Fehler in der Überlieferung nach und bietet eine Reihe neuer Interpretationen an. Die genauere Betrachtung vermag dabei sowohl den dogmatischen Gehalt des Christentums der Goten schärfer zu konturieren als auch die Beweggründe für die Annahme des neuen Glaubens herauszustellen und die traditionelle Datierung dieses Vorgangs zu widerlegen. Schließlich wird deutlich, welche Funktion das fortgesetzte Festhalten an einer demonstrativ anderen religiösen Überzeugung für die Goten hatte. Prägnante Wegmarken der gotischen Geschichte, wie die Bibelübersetzung Ulfilas, die Eroberung und Plünderung Roms 410 n. Chr. oder die demonstrative Aufgabe der religiösen Differenz durch König Rekkared, werden erst durch diesen neuen, umfassenden Kontext verständlich.
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Forfatter:
Serie:
Volum 51 i Potsdamer altertumswissenschaftliche BeiträgeSpråk:
tysk
Format:

Eine Insel im Meer der Geschichten : Untersuchungen zu Mythen aus Lemnos

Das römische Vorzeichenwesen (753-27 v. Chr.) : Quellen, Terminologie, Kommentar, historische Entwicklung

Konversion zur Philosophie in der Spätantike : Kaiser Julian und Synesios von Kyrene

Triplici invectus triumpho : Der römische Triumph in augusteischer Zeit

Bestattungsrituale und Totenkult in der römischen Kaiserzeit / Rites funéraires et culte des morts aux temps impériales

Religiöser Fundamentalismus in der römischen Kaiserzeit

Religion und Bildung : Medien und Funktionen religiösen Wissens in der Kaiserzeit

Gottesbild und Wahrnehmung : Studien zu Ambivalenzen früher griechischer Götterdarstellungen (ca. 800 v.Chr. – ca. 400 v.Chr.)

Peripherie-Denken : Transformation und Adaption des Gottes Silvanus in den Donauprovinzen (1.–4. Jahrhundert n. Chr.)

Schicksal als Argument : Ciceros Rede vom "fatum" in der späten Republik

Erdichtete Rituale : Die Eingeweideschau in der lateinischen Epik und Tragödie

Göttliche Kinder : Ikonographische Untersuchung zu den Darstellungskonzeptionen von Gott und Kind bzw. Gott und Mensch in der griechischen Kunst
