Arthur Schopenhauers Hauptwerk "Die Welt als Wille und Vorstellung“"entwirft eine der einflussreichsten und pessimistischsten Philosophien der Neuzeit. Ausgehend von Kants Unterscheidung zwischen Erscheinung und Ding an sich, identifiziert Schopenhauer den blinden, zwecklosen „Willen“ als das eigentliche, hinter allen Erscheinungen wirkende Wesen der Welt – eine unaufhörliche, unstillbare Triebkraft, die sich in der Natur, im Körper und besonders im menschlichen Begehren manifestiert und notwendig zu Leiden führt, da jede Befriedigung neue Wünsche erzeugt. Als mögliche Wege der zumindest vorübergehenden Erlösung von diesem Leidenskreislauf beschreibt Schopenhauer die kontemplative, interessenlose Betrachtung der Kunst – vor allem der Musik – sowie ethisches Mitleid und im äußersten Fall die willentliche Verneinung des Lebenswillens selbst, wie sie ihn an asketischen Vorbildern faszinierte. Das 1818 erschienene, zunächst kaum beachtete Werk fand erst spät große Resonanz und übte enormen Einfluss auf Nietzsche, Richard Wagner, Thomas Mann und die Entwicklung der Psychoanalyse Sigmund Freuds aus.



















