Die „Ausgabe letzter Hand“ bezeichnet die von Goethe selbst autorisierte, endgültige Fassung seiner gesammelten Werke, die zwischen 1827 und 1830 erschien und auch seine Gedichte in überarbeiteter, vom Dichter persönlich freigegebener Form enthält. Im hohen Alter überarbeitete und ordnete Goethe seine über sechzig Jahre entstandene Lyrik noch einmal selbst, strich einzelne Texte, änderte Formulierungen und gab damit eine letztgültige Textfassung vor, die bis heute als maßgebliche Grundlage für kritische Goethe-Ausgaben gilt. Die Sammlung umfasst das gesamte Spektrum seines lyrischen Schaffens – von den frühen Sturm-und-Drang-Gedichten über die klassischen Balladen und Elegien bis zu den späten, vom „West-östlichen Divan“ geprägten Versen. Für die Editionsphilologie hat die „Ausgabe letzter Hand“ besonderen Quellenwert, da sie den letzten vom Autor selbst gebilligten Zustand seiner Texte dokumentiert, bevor spätere Herausgeber und Forscher auf frühere Fassungen und Entwürfe aus dem Nachlass zurückgriffen.











