Fornheim-Klinik - Zwischen Visite und Verlangen: Arztroman

Der Regen peitschte in schrägen, kalten Fäden gegen die hohen Fenster der zentralen Notaufnahme der Fornheim Klinik, als der Abenddienst gerade in jene trügerische Phase glitt, in der für wenige Minuten alles geordnet schien. Monitore piepten in verlässlichen Rhythmen, irgendwo rollte ein Wagen über Linoleum, aus dem Dienstzimmer drang der Duft von zu starkem Kaffee, und an der Anmeldung versuchte eine ältere Dame zum dritten Mal zu erklären, dass ihr Schwindel „ganz bestimmt vom Wetter“ komme.

Assistenzärztin Dr. Malin Auerbach stand über einer Patientenakte gebeugt und strich sich eine lose Haarsträhne aus der Stirn. Sie war seit acht Monaten an der Fornheim Klinik, und obwohl sie gelernt hatte, ihre Unsicherheit hinter ruhigen Bewegungen und klaren Anordnungen zu verbergen, gab es Abende wie diesen, an denen sie spürte, wie dünn die Grenze zwischen Routine und Katastrophe in Wahrheit war. Malin war siebenundzwanzig, klug, wach, mit jenem offenen Gesicht, das Patienten sofort Vertrauen einflößte. Ihre Kollegen beschrieben sie als präzise, belastbar und erstaunlich sanft im Umgang mit Menschen, die sich in Angst verkrampften. Was kaum jemand wusste: Hinter ihrer beherrschten Art lebte ein Herz, das vieles tiefer empfand, als sie je zeigte.

„Frau Dr. Auerbach?“

Über dieses Buch

Der Regen peitschte in schrägen, kalten Fäden gegen die hohen Fenster der zentralen Notaufnahme der Fornheim Klinik, als der Abenddienst gerade in jene trügerische Phase glitt, in der für wenige Minuten alles geordnet schien. Monitore piepten in verlässlichen Rhythmen, irgendwo rollte ein Wagen über Linoleum, aus dem Dienstzimmer drang der Duft von zu starkem Kaffee, und an der Anmeldung versuchte eine ältere Dame zum dritten Mal zu erklären, dass ihr Schwindel „ganz bestimmt vom Wetter“ komme.

Assistenzärztin Dr. Malin Auerbach stand über einer Patientenakte gebeugt und strich sich eine lose Haarsträhne aus der Stirn. Sie war seit acht Monaten an der Fornheim Klinik, und obwohl sie gelernt hatte, ihre Unsicherheit hinter ruhigen Bewegungen und klaren Anordnungen zu verbergen, gab es Abende wie diesen, an denen sie spürte, wie dünn die Grenze zwischen Routine und Katastrophe in Wahrheit war. Malin war siebenundzwanzig, klug, wach, mit jenem offenen Gesicht, das Patienten sofort Vertrauen einflößte. Ihre Kollegen beschrieben sie als präzise, belastbar und erstaunlich sanft im Umgang mit Menschen, die sich in Angst verkrampften. Was kaum jemand wusste: Hinter ihrer beherrschten Art lebte ein Herz, das vieles tiefer empfand, als sie je zeigte.

„Frau Dr. Auerbach?“

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