Über dieses Buch

Das Schwäbische Liederbuch entfaltet ein vielstimmiges Panorama schwäbischer Dichtung vom Sturm und Drang bis in die bürgerlich geprägte Lyrik des 19. Jahrhunderts. Volksliedton, Kunstlied, politische Kampfpoesie, religiöse Betrachtung und naturlyrische Miniatur begegnen einander in einer Sammlung, die Heimat nicht als bloße Landschaftsidylle, sondern als sprachlichen, historischen und gesellschaftlichen Erfahrungsraum begreift. Die Gedichte von Schubart, Schiller und Hölderlin stehen dabei neben den volkstümlich eingängigen Liedern Uhlands, Kerners und Ganzhorns sowie den reflektierteren Stimmen Mörikes, Lenaus und Vischers. Die versammelten Autoren verbinden unterschiedliche Generationen, Bildungswege und ästhetische Programme. Ihnen gemeinsam ist die Prägung durch den südwestdeutschen Kulturraum, doch reichen ihre Positionen von romantischer Innerlichkeit und religiöser Erbauung über liberal-demokratische Opposition bis zu realistischem Alltagsblick. Gerade die Nähe von Herweghs politischer Lyrik, Hauffs erzählerischer Liedkunst und den sprachbewussten Versen späterer Dichter macht die Anthologie zu einem Dokument der literarischen Bewegungen Württembergs und Schwabens. Dieser Band empfiehlt sich als zugleich anregende Lektüre und zuverlässiger Zugang zu einer reichen regionalen Tradition. Er eröffnet die Gelegenheit, wechselnde Formen des Liedes, des Erinnerns und des gesellschaftlichen Sprechens in einem einzigen Buch zu vergleichen. So entsteht ein produktiver Dialog zwischen Naturerfahrung, Heimatgefühl, Glauben, Freiheitsstreben und poetischer Form.

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