Ein behaglicher Herrenabend am Kaminfeuer, ein verirrtes Gespenst ohne jede Spukerfahrung und eine Reihe magischer Gesten, die man niemals nachahmen sollte: "Die Geschichte vom unerfahrenen Gespenst" ist H. G. Wells' meisterhafte Mischung aus feinem britischem Humor und schleichendem Schauer.
Nach einer ausgedehnten Partie Golf versammelt sich eine illustre Runde englischer Gentlemen im altehrwürdigen Mermaid Club vor dem prasselnden Kaminfeuer. Zigarrenrauch liegt in der Luft, als Clubmitglied Clayton mit einer bizarren Anekdote herausrückt: Er habe in der vorigen Nacht auf dem Flur ein Gespenst auf frischer Tat ertappt.
Doch die durchscheinende Gestalt erwies sich keineswegs als furchterregendes Phantom, sondern als kläglicher Versager – ein verstorbener Londoner Hilfslehrer, der sich im Haus verirrt hat und die komplizierten Handbewegungen vergessen hat, die ihn ins Jenseits zurückbringen. Clayton leistete Schützenhilfe, bis der Spuk mit einer letzten Verbeugung verpuffte.
Im Club stößt die Geschichte auf amüsierten Spott. Als Clayton anbietet, die sonderbaren maurerischen Gesten vor den Augen seiner Freunde zu demonstrieren, schlägt die heitere Stimmung jäh in beklemmendes Entsetzen um. Denn manche Pforten zwischen den Welten sollte man niemals ein zweites Mal öffnen...
H. G. Wells verbindet in diesem Juwel von 1902 viktorianische Club-Gemütlichkeit mit einer Prise feinsinniger Ironie und einer schockierenden Schlusspointe.
Audio-Highlights:
- H. G. Wells' brillante Schauer-Humoreske im ungekürzten Originaltext
- Spieldauer: ca. 45 Minuten pointierte englische Schauer-Unterhaltung
- Atmosphärisch, warm und packend interpretiert von Benjamin Werner



















