Diese Sammlung entfaltet Hexen und Zauberei als vielschichtiges Kapitel europäischer Kulturgeschichte: zwischen Rechts- und Sozialgeschichte, Volksglauben, religiöser Polemik und literarischer Imagination. Analytische Darstellungen der Hexenverfolgung stehen neben kulturgeschichtlichen Skizzen und erzählerisch verdichteten Zugängen. Gerade die Verbindung von Prozessakten, Aberglauben, Ritual und Angst macht die düstere Vergangenheit nicht zur bloßen Sensation, sondern zum Gegenstand kritischer historischer Reflexion. Die Beiträge von Wilhelm Gottlieb Soldan, August Friedrich Neumeyer, Bruno Emil König, Oskar Wächter, Kurt Aram, Karl Knortz und Heinrich Kramer vereinen unterschiedliche wissenschaftliche und literarische Temperamente. Im Horizont kulturhistorischer Forschung und der Auseinandersetzung mit Volkskunde, Religionsgeschichte und Rechtsgeschichte beleuchten sie die Bedingungen, unter denen Vorstellungen vom Magischen gesellschaftliche Macht gewannen. Gemeinsam zeigen diese Stimmen, wie obrigkeitliche Gewalt, konfessionelle Spannungen und lokale Überlieferungen einander durchdrangen. Der Band empfiehlt sich allen, die Hexengeschichte nicht als abgeschlossene Kuriosität, sondern als aufschlussreiches Feld menschlicher Ängste, Wissensordnungen und Herrschaftsformen lesen möchten. Er eröffnet die seltene Gelegenheit, kontrastierende Perspektiven und Stile in einem einzigen Buch zu vergleichen. So entsteht ein produktiver Dialog zwischen historischer Analyse, kultureller Deutung und literarischer Gestaltung, der zur weiterführenden Reflexion einlädt.

Hexen und Zauberei : Hexenverfolgung, Dämonologie und Volksmagie zwischen Rechtsgeschichte und Kulturkritik
Geschrieben von Wilhelm Gottlieb Soldan, August Friedrich Neumeyer und andere










