Über dieses Buch

Immanuel Kants „Kritik der reinen Vernunft“ gilt als das folgenreichste Werk der neuzeitlichen Philosophie und begründete die sogenannte „kritische“ oder „transzendentale“ Philosophie. Kant stellt die grundlegende Frage, wie sichere, allgemeingültige Erkenntnis überhaupt möglich ist, und entwickelt eine „kopernikanische Wende“ des Denkens: Nicht die Erkenntnis richtet sich nach den Gegenständen, sondern die Gegenstände unserer Erfahrung werden durch die apriorischen Strukturen unseres Erkenntnisvermögens – Raum, Zeit und die Kategorien des Verstandes – erst konstituiert. Menschliches Wissen bleibt dadurch stets auf die „Erscheinungen“ beschränkt, während die „Dinge an sich“ prinzipiell unerkennbar bleiben. Zugleich zeigt Kant die notwendigen Grenzen der reinen Vernunft auf, etwa in klassischen metaphysischen Fragen nach Gott, Freiheit und Unsterblichkeit der Seele, die sich rational weder beweisen noch widerlegen lassen. Die erste Auflage erschien 1781, eine grundlegend überarbeitete zweite Auflage 1787. Das Werk revolutionierte die Philosophie und bildet bis heute die unhintergehbare Grundlage jeder modernen Erkenntnistheorie.

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