Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 13 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Toni Waidacher versteht es meisterhaft, die Welt um seinen Bergpfarrer herum lebendig, eben lebenswirklich zu gestalten. Er vermittelt heimatliche Gefühle, Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit. Zugleich ist er ein Genie der Vielseitigkeit, wovon seine bereits weit über 400 Romane zeugen.
Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Heimatromanen interessiert.
Die vierundzwanzigjährige Renate Altmann war schon am frühen Morgen mit dem Traktor unterwegs, um Frischfutter für sie siebzig Milchkühe, die im Stall des Altmannhofs standen, zu mähen. Die Nacht war trocken gewesen und das Gras war nicht feucht, sodass die Kühe keine Probleme mit der Verdauung bekamen, wenn sie es fraßen. Als der Anhänger voll war, verließ Renate die Wiese und fuhr zurück zum Hof. Ihr Vater müsste in der Zwischenzeit die Kühe an die Melkvorrichtung angeschlossen haben. Sobald die Kühe gemolken und die Milch zum Abholplatz gebracht sein würde, musste der Stall gesäubert werden, anschließend erfolgte die Fütterung der Tiere. Neben dem Grünfutter würden sie Kraftfutter bekommen. Vor zwei Jahren war die Bäuerin, Renates Mutter, einem Krebsleiden erlegen. Seitdem bewirtschaftete sie zusammen mit ihrem Vater den Hof. Renate hatte es gelernt, wie ein Mann zuzupacken, sodass sie ihre Obliegenheiten zu hundert Prozent erfüllte. An ihr sei ein Sohn verloren gegangen, betonte ihr Vater immer wieder. Er war stolz auf seine Tochter. Bei dem Anwesen handelte es sich um einen Aussiedlerhof, der inmitten der zu ihm gehörenden landwirtschaftlichen Nutzflächen errichtet worden war. Von der Landstraße her führte eine schmale, asphaltierte Straße zum Anwesen, zwischen die Nutzflächen führten Wirtschaftswege, die gerade so breit waren, dass sie ein Schlepper befahren konnte. Der Hof kam in Sicht. Renate bog mit dem Traktor von einem Wirtschaftsweg auf die befestigte Zubringerstraße ein und wenig später tuckerte sie zwischen die Gebäude. Vor dem langgestreckten Kuhstall, in dessen Vorderfront sich ein Fenster neben dem anderen befand, hielt sie an, stellte den Motor ab, stieg vom Traktor, und holte eine Schubkarre sowie eine Mistgabel. Ehe sie begann, das Grünfutter abzuladen, ging sie in den Stall, denn die Kühe muhten unruhig und das war nicht die Regel. Die Kühe standen in ihren Boxen, muhten und stampfen mit den Hufen. Unruhiges Gewoge ging durch den Stall. Nur wenige der Tiere waren an die Melkanlage angeschlossen.


























